Niederländer haben Interesse an Kaserne

08.11.2007

Niederländer haben Interesse an Kaserne
ja Fürstenau.
Es ist eine Nachricht, mit der wohl nur Optimisten gerechnet haben. Für die Pommernkaserne in Fürstenau gibt es offenbar doch eine Zukunft jenseits von Abrissbagger und Planierraupe. Drei Niederländer haben konkretes Interesse, dort Freizeitparks in Kombination mit Pferdesport aufzubauen. Gespräche sind geführt worden, ein Vertrag könnte Anfang 2008 unterzeichnet werden – wenn alle mitspielen.

Keine Frage: Die Gebäude sind riesig, die Straßen breit, das Gelände weitläufig. Wer könnte überhaupt in der Lage sein, die Kaserne mitsamt ihren 330 Hektar so zu nutzen, dass nicht alles verkommt? Das haben sich in den vergangenen drei Jahren Dutzende von ratlosen Besuchergruppen beim Anblick von Schießanlage, Mannschaftsquartieren und Werkstatthallen gefragt. Die Stadtverwaltung ließ sich davon nicht beirren, entwickelte im vergangenen Jahr zusammen mit dem Landkreis Osnabrück das Campus-Projekt für Pferdesport und begab sich auf eigene Faust auf die Suche nach potenziellen Investoren. Auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), in deren Besitz die Kaserne im Januar übergehen wird, mochte sich Stadtdirektor Peter Selter allein nicht verlassen.

Die Bemühungen tragen nun Früchte. Die drei niederländischen Investoren haben sich inzwischen die Kaserne angeschaut und mit der Stadtverwaltung intensive Gespräche geführt. Zwei der Geschäftsleute stellten in dieser Woche zudem ihre Vorhaben in nichtöffentlichen Sitzungen dem Verwaltungsausschuss der Stadt vor (siehe Infobox). Der dritte Niederländer bekommt heute Besuch aus Fürstenau. Weiterhin tagte in dieser Woche der Stadtrat – ebenfalls nicht öffentlich. Mit von der Partie ein Bima-Mann aus Magdeburg. Nach einer gut vierstündigen Sitzung stand dann fest, dass die Bundesanstalt – entgegen ersten Absichten – bereit ist, die Kaserne weiter zu bewirtschaften und auch zu bewachen. Derzeit macht das die Stadt auf eigene Rechnung, um die Anlagen nicht dem Vandalismus preiszugeben. Überdies signalisierte die Bima beim Kaufpreis für die Kaserne Entgegenkommen. In sechs Wochen soll ein Gutachten auf dem Tisch liegen, das als Basis für weitere Verhandlungen dienen wird. “Wir servieren der Bima die Investoren auf dem silbernen Tablett, da erwarten wir auch Verständnis”, erklärte Peter Selter. Wenn wegen eines zu hohen Kaufpreises die Geschäftsleute wieder absprängen, sei das wirtschaftlich fatal, und zwar für die ganze Region, betonte der Stadtdirektor. Notfalls werde er deshalb alle verfügbaren politischen Hebel in Bewegung setzen. Aber vielleicht ist das gar nicht notwendig. Die Ratsmitglieder, die bei der Sitzung mit der Bima dabei gewesen seien, hätten “sehr griffig” deutlich gemacht, dass es um mehr als den schnellen Euro gehe, freute sich Peter Selter.

Auch beim Campus-Projekt gibt es derzeit viel Bewegung. So will die Stadt am 13. Dezember die angekündigte Machbarkeitsstudie vorstellen. Sie wird vom Europäischen Tourismusinstitut Trier erstellt und mit Geld aus dem Wirtschaftsförderungsfonds des Landes finanziert. Diese Studie wiederum könnte dann einem möglichen Käufer der Kaserne als Zugabe auf dem “silbernen Tablett” serviert werden.