Nicht nur Annahmestelle für ausrangierte Geräte

08.09.2005

Nicht nur Annahmestelle für ausrangierte Geräte
Fürstenau (cg)
Der Kolping-Recyclinghof in Fürstenau ist mehr als nur eine Annahmestelle für ausrangierte Elektrogeräte: Mit dieser Einrichtung will der Verein Kolping Berufsbezogene Bildungsarbeit (KBB) sozial und beruflich benachteiligten Menschen durch Beschäftigung und Weiterbildung eine berufliche und persönliche Perspektive eröffnen. Seit zehn Jahren gibt es den Recyclinghof in der Stadt, jetzt an einem neuen Standort.
“Sellberg 7” – so lautet seit einigen Tagen die neue Adresse der Einrichtung, die 1995 ihre Arbeit an der Industriestraße aufgenommen hat. Bis heute kümmern sich die sieben Mitarbeiter um Betriebsleiter Fred Schulte um die Entsorgung von Elektrogeräten, den so genannten Weißgeräten. Gemeint sind alle Maschinen, die die Hausarbeit erleichtern – Spülmaschine, Trockner, Kühlschrank, Elektroherd, Waschmaschine. Im Auftrag des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Osnabrück werden sämtliche Altgeräte im Altkreis Bersenbrück abgeholt. In der Werkstatt des Recyclinghofes wird geprüft, ob sich eine Reparatur lohnt. Ist der Schaden einfach zu beheben, werden die Geräte in Stand gesetzt und preiswert zum Verkauf angeboten.
Ausgeführt werden die Reparaturen – wie die übrigen Dienstleistungen wie Gartenpflege, Umzugs- und Reinigungsarbeiten, Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen – von fünf Mitarbeitern. Es sind Arbeitslose, die so eine berufliche Weiterbildung und Qualifizierung erhalten mit dem Ziel, in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vermittelt zu werden.
“Wir wollen den Menschen helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen”, sagte Anton Jacobs, Vorsitzender des in Salzbergen ansässigen Vereins Kolping-Berufsbezogene Bildungsarbeit bei der Einweihung. Das sei bei dessen Gründung im Jahr 1987 die Motivation gewesen. “Wir wollten Arbeitslose schnell in neue Beschäftigung vermitteln, sahen unsere Arbeit aber nur als vorläufig an.” Doch 18 Jahre später habe sich die Arbeitslosigkeit zu einer “großen Geißel” der Gesellschaft entwickelt, und ein Ausweg aus dem Dilemma sei nicht abzusehen. Jacobs: “Deshalb steht der Mensch weiter im Mittelpunkt unseres Handelns.”
Dass Arbeit mehr ist als nur Broterwerb, sondern wichtig für ein soziales Selbstwertgefühl, darin war er sich mit den Gästen der Feierstunde – darunter waren der stellvertretende Landrat Dr. Hermann Meyer, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Georg Schirmbeck, Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Helmut Kamlage und der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen sowie Vertreter des Caritasverbandes und der MaßArbeit GmbH – einig.