Neue Schulform soll am 1. August starten – Deutliche Mehrheit im Samtgemeinderat will Oberschule für Berge

21.02.2012

NOZ 18.02.2012

Fürstenau/Berge. Aus der Haupt- und Realschule (HRS) Berge soll ab dem Schuljahr 2012/2013 eine Oberschule (OBS) werden. Das hat der Rat der Samtgemeinde Fürstenau beschlossen. 23 Ratsmitglieder votierten dafür, eines dagegen, es gab zwei Enthaltungen. Nun kann die Samtgemeinde als Schulträger den Antrag bei der Landesschulbehörde stellen.

Nein-Stimme und Enthaltung stammten aus den Reihen der CDU. Seine Fraktion habe das Thema Oberschule „intensiv und sehr kritisch beraten“, wie der Sprecher der Gruppe CDU/UWG, Friedhelm Spree, sagte. Zwar sei die Oberschule ein „Kind“ der CDU-geführten Landesregierung, dennoch werde sie von einigen Gruppenmitgliedern mit Blick auf Berge durchaus kritisch betrachtet.

Sicher könne die Oberschule eine Alternative sein und Schulstandorte in der Region sichern helfen. „Aber nicht jede Region ist gleich zu bewerten“, sagte Spree mit Bezug auf die Schullandschaft in der Samtgemeinde Fürstenau. Dort gebe es mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) eine „ganz erfolgreiche Ganztagsschule“.

Ob HRS oder OBS – auch für eine neue Schulform in Berge werde es schwierig werden, die vorgeschriebene Mindestschülerzahl zu erreichen. Jedoch habe die HRS auf Dauer keine Chance. „Und eine einzügige Realschule und Unterricht in Kombiklassen kann niemand ernsthaft wollen“, so Spree. Schlussendlich solle der Oberschule in Berge eine Chance gegeben werden. Bis 2015 gebe es eine Ausnahme bei der erforderlichen Schülerzahl von 48 in zwei Klassen. Diese dürfe unterschritten werden. „Wir sollten der Schule bis 2015 diese Chance geben, damit sie sich aufstellen kann.“

Für Benno Trütken, Sprecher der Gruppe SPD/Grüne, „ist die Oberschule kein Allheilmittel“. Er empfahl, dem Willen des Schulvorstandes zu folgen, der sich mit Mehrheit für die neue Schulform ausgesprochen hatte. „Wir stellen uns den Hauerausforderungen“, kündigte er an. Wenn für den Schulstandort Berge in den kommenden Jahren weitere Entscheidungen zu treffen seien, „dann werden wir konstruktiv darüber entscheiden, was den Standort stärken kann“. Mit anderen Worten: SPD und Grüne stimmten zu.

CDU-Ratsherr Uwe Hummert wünschte sich, dass auch das Ganztagsangebot, das dem Ratsbeschluss zufolge ein Jahr später, am 1. August 2013, an der Oberschule Berge starten soll, auch umgesetzt werde. Das könne zu einer Attraktivitätssteigerung der Schule beitragen.

Kritische Anmerkungen kamen von Friedrich-Wilhelm Oldenhage (CDU). Er hatte bereits in der Sitzung des Schulausschusses Bedenken geäußert. Er kritisierte die Vorbereitung des Themas in den Gremien. Außerdem wies er darauf hin, dass es im Kollegium der HRS und im Schulvorstand ablehnende Stimmen gegeben habe.