Mit den weisen Augen einer Eule

11.11.2005

EIN LOGO IST GEBOREN: Bibliothekarin Simone Knocke (links) gratuliert Johanna Czysch (Zweite von links), deren Entwurf als neues Emblem der Bücherei gewählt wurde. Andrej Beidinger, der den zweiten Platz belegte, Paul Zilke als Dritter sowie die didaktische Leiterin der IGS, Hildegard Jubt, und Kunstlehrer Hans-Georg Bock schauen zu.
Foto: Klaus Jongebloed

Mit den weisen Augen einer Eule
Fürstenau (kj )
Das Leben ohne Logo hat ein Ende: Briefköpfe, Faltblätter und Eingang der frisch eingerichteten Bibliothek der Integrierten Gesamtschule (IGS) und der Samtgemeinde Fürstenau tragen künftig als Markenzeichen das Emblem, das IGS-Schülerin Johanna Czysch (15) entworfen hat und in einem internen Schulwettbewerb auf dem ersten Platz landete.
Außer Johanna versuchten sich Andrej Beidinger (16) und Paul Zilke (14) an der Aufgabe, die “Logo-Koordinator”, Kunstlehrer Hans-Georg Bock, gestellt hatte: Ein Signet zu schaffen, das drei Symbole verbindet – die Eule als Zeichen der Weisheit, das IGS-Siegel und das Wappen der Samtgemeinde.
Die Entwürfe der drei Schüler sind allesamt gut angekommen. Johannas Idee machte schließlich das Rennen: Eine als Buch stilisierte Eule, die den Betrachter mit neugierig aufgesperrten Augen anblickt und auf ihren Flügeln links und rechts jeweils das Signum von Samtgemeinde und IGS hält.
“Das ist auch ein Hinweis auf die beiden Träger der Bibliothek”, sagt Bibliothekarin Simone Knocke (37). Und Hildegard Jubt, die didaktische Leiterin der IGS, sieht in Johannas Entwurf vor allem “ein Symbol für die Gemeinschaft”. Vor allem hätten die Schüler durch ihren Beitrag auch “Verantwortung für die Identität der Schule” übernommen. Bock hält außerdem eines für ganz beachtlich: “Die Schüler selbst haben Ideen zu einem Projekt entwickelt, das ansonsten als Auftrag an eine Agentur vergeben worden wäre.
Dass Johanna, Andrej und Paul mitgemacht haben, ist übrigens kein Zufall. Denn Kreativität ist auch Berufswunsch: “Ich kann mir gut vorstellen, eines Tages Mode zu entwerfen”, sagt Johanna. Andrej und Paul setzen auf Design.
Simone Knocke erfüllt nicht nur das jetzt gefundene Logo, sondern auch die frisch bezogene Bücherei in der IGS mit großer Zufriedenheit. Lange Zeit war nämlich unklar, ob und wie es mit der Bücherei weitergehen sollte. Zuletzt mussten Knocke und ihre Mitarbeiterinnen mit 60 Quadratmetern auskommen.
“Jetzt sind es 200 Quadratmeter”, lächelt Knocke. Für sie ganz wichtig: Die Bibliothek ist eine Bücherei nicht allein für die IGS, sondern für die Öffentlichkeit. Ziel ist nach Knockes Worten, nach Bersenbrücker Vorbild eine Mediothek mit Zugang zu modernen Medien wie Internet und CD-Rom zu ermöglichen. Ein Anfang ist schon gemacht: Derzeit sind zwei Internet-Plätze eingerichtet, zwei zusätzliche folgen bald. Knocke sagt sichtlich beschwingt: “Wir verfügen über 10000 Medien. Bücher, CD-Rom, Hörbücher, Kassetten.”
Zusammen mit Assistentin Margret Knobbe freut sich Knocke schon auf den 2. Dezember, wenn die Eröffnung der Bibliothek gefeiert wird. In nächster Zeit möchte die Bibliothekarin ein Leseförderprogramm in Zusammenarbeit mit den Grundschulen ausbauen: Die Kleinen lesen ein Buch, beantworten danach zehn Fragen und können so ein Punktekonto auffüllen, für das es Preise gibt. “Der Wettbewerb ist voll erfolgreich”, sagt Knocke. Kein Wunder: Die Kinder lesen so viel wie möglich, um reichlich Punkte zu sammeln.