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Fürstenau. Stehender Applaus, viele lobende Worte und jede Menge Blumensträuße. Am Dienstagabend nahm Fürstenaus Bürgermeister nach mehr als zwölf Jahren im Amt aus gesundheitlichen Gründen Abschied. Ihm folgt Manuela Nestroy, die der Stadtrat einstimmig wählte.

Kurz vor 17 Uhr begann sich der Sitzungssaal des Schlosses zu füllen. Ein kleiner Teil der Gäste kam wegen des Baus von Windrädern im Stadtgebiet, ein größerer wegen des anstehenden Abschiedes von Herbert Gans und der Wahl von Manuela Nestroy. Bis es so weit war, hatte der Stadtrat noch 17 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten – angefangen von einem Zuschussantrag der Hollensteder Dorfgemeinschaft bis hin zum Haushalt für 2019.
Eine erlebnisreiche Zeit

Dann aber war es soweit. Souverän – wie in seiner gesamten Amtszeit – ergriff Herbert Gans das Wort und zog eine kurze Bilanz seiner langen Amtszeit, die er stets mit ebenso viel Freude wie Pflichtbewusstsein ausgestaltet hat. Fordernd, aber auch erlebnisreich sei die Zeit gewesen, gleichwohl auch wunderschön – nicht nur für ihn, auch für seine Frau Gerda.

Freute sich über die Überraschung: Bürgermeister Herbert Gans mit Ehefrau Gerda und Nachfolgerin Manuela Nestroy. Foto: Peter Metschies

Freute sich über die Überraschung: Bürgermeister Herbert Gans mit Ehefrau Gerda und Nachfolgerin Manuela Nestroy. Foto: Peter Metschies

Kurz erinnerte Herbert Gans an einige Besonderheiten in seiner Amtszeit – den erfolgreichen Verkauf der Kaserne an niederländische Investoren, die Herausforderungen bei der Umsetzung von Windparks, die Aufnahme von Flüchtlingen. Und natürlich hätten Vereine und Verbände Beachtung und Respekt eingefordert, Kindergartenkinder und Schüler Aufmerksamkeit benötigt und Senioren nicht vernachlässigt werden dürfen. Dann seien da noch Geschäftseröffnungen, Geburtstage und Ehejubiläen gewesen. Langeweile sei da bei ihm nie aufgekommen.
Stadt steht finanziell gut da

Ganz besonders gefreut habe er sich über die Ergebnisse der Sparbemühungen, die dazu geführt hätten, dass die Stadt finanziell wieder gut dastehe. Dafür gebühre der Verwaltung und den Ratskollegen großer Dank.

Im Folgenden warteten lobende Worte auf Herbert Gans. So hob Stadtdirektor Benno Trütken die Wertschätzung hervor, die der Bürgermeister den Mitarbeitern der Kommune entgegengebracht habe. Auch sei er immer sehr „klar“: Verwaltungsaufgaben seien Aufgabe der Verwaltung, Repräsentation Sache des Bürgermeisters – und gemeinsame Arbeiten gehörten abgesprochen. Damit habe er die Basis für eine gute Arbeit zwischen Rat und Verwaltung gelegt.
Immer souverän und würdevoll

Johannes Selker erklärte für die Gruppe CDU/FDP, dass Herbert Gans die Stadt immer souverän und würdevoll vertreten habe. Besonders am Herzen gelegen hätten ihm die Kinder, die Senioren und auch die Flüchtlinge. „Dir war es immer ein Anliegen, denjenigen eine Stimme zu geben, die selbst nicht für sich sprechen konnten“, betonte Johannes Selker.

Simone Knocke, die den aus privaten Gründen verhinderten Matthias Wübbel vertrat, hob für die Gruppe SPD/Grüne ebenfalls hervor, dass Herbert Gans ein sehr guter Repräsentant der Stadt gewesen sei. Im Namen von Matthias Wübbel erklärte sie abschließend: „Lieber Herbert, wir sitzen alle im selbsten Boot – nur, die einen angeln und anderen rudern. Du kannst Dich nun auch mit dem Angeln beschäftigen.“
Ab Mai wieder Bürger-Sprechstunden

Als auch das gesagt war, folgte die Wahl von Manuela Nestroy, die der stellvertretende Bürgermeister Rudi Lühn leitete. Sie bedankte sich dafür, dass der Rat ihr geschlossen das Vertrauen ausgesprochen habe. Zugleich skizzierte sie kurz, was sie künftig vorhat. So will Manuela Nestroy ab Mai wieder Bürger-Sprechstunden und im Herbst ein Frauenforum einrichten. Generell wolle sie als Bürgermeisterin „zum Greifen nah“ sein.

Begleitet war das Prozedere übrigens von zwei Überraschungen. Zum einen gab es eine Live-Schaltung zur Partnergemeinde Hohen Neuendorf, der sich Herbert Gans besonders verbunden fühlt. Dort wartete Bürgermeister Steffen Apelt mitsamt dem gerade tagenden Finanzausschuss, um das Wirken von Herbert Gans zu würdigen.
Überraschung: Nach der Ratssitzung spielte die Kolpingkapelle Schwagstorf für Herbert Gans. Foto: Peter Metschies

Zum anderen war da die Kolpingkapelle Schwagstorf, die sehr zur Freude von Musikliebhaber Herbert Gans einige Lieder darbot. So neigte sich ein harmonischer Abend einem klangvollen Ende entgegen, der seinen Abschluss im Restaurant Torhaus auf der Schlossinsel fand.