Neuenkirchen/Fürstenau. Die Buslinie 610, die Fürstenau, Neuenkirchen, Bramsche und Osnabrück im Stundentakt miteinander verbindet, bleibt bestehen. Eine entsprechende Ankündigung der CDU-Kreistagsabgeordneten Frederik Gohmann (Fürstenau) und Bernward Abing (Neuenkirchen) hat die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.

In der vergangenen Woche hätten sich CDU-Kreistagsfraktion und Planos darauf verständigt, die Buslinie 610 „von Fürstenau über Merzen, Neuenkirchen, Voltlage und Bramsche bis zum Hauptbahnhof Osnabrück bestehen zu lassen“, heißt es in der CDU-Pressemitteilung. Im Entwurf für den vierten Nahverkehrsplan ist ihre Aufteilung in zwei eigenständige Verbindungen mit dem Endpunkt Bahnhof Bramsche – in die Linie 610 (Voltlage-Neuenkirchen-Bramsche) und in die Linie 620 (Fürstenau-Merzen-Ueffeln-Bramsche) – vorgesehen.  „Eine solche Teilung wäre einer Zerschlagung der Strukturen im ÖPNV im Nordkreis gleichgekommen“, so der Kreistagsabgeordnete Gohmann. Jede Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs in Richtung Osnabrück sei zu begrüßen, das dürfe aber nicht auf Kosten der Fahrgäste gehen. Das gelte sowohl für den Fahrpreis als auch für die Fahrangebote. Die Planos werde nun einen überarbeiteten Entwurf vorlegen, in dem die Linie 610 von Fürstenau nach Bramsche in ihrem Bestand erhalten bleibe. Zwischen Bramsche und Osnabrück, so schreibt der CDU-Kreistagsabgeordnete, werde eine Weiterentwicklung – beispielsweise in Form weiterer Haltestellen – geprüft. Zunächst fahre der Bus aber weiterhin von Fürstenau über Bramsche nach Osnabrück durch.

Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) bestätigt die Darstellung. Richtig sei, dass die Linie 610 „zumindest bis zu einer Realisierung des sogenannten OS-Bahn-Konzepts und eines gemeinsamen Bus-Schiene-Tarifs unverändert bestehen bleibt“, teilte Sprecher Marco Hörmeyer auf eine Anfrage unserer Redaktion mit. Die Realisierung des OS-Bahn-Konzepts und eines Bus-Schiene-Tarifs sei von der Planos von Beginn an als Voraussetzung gesehen worden, um Buslinien gegebenenfalls zu ändern. Daher habe es jetzt keiner neuen Entscheidung bedurft, die Linie 610 bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu verändern.

Setzten sich auch für den Erhalt der Buslinie 610 ein: die CDU-Kreistagsabgeordneten Jörg Brüwer, Frederik Gohmann, Maren von der Heide (stellvertretende Fraktionsvorsitzende), Christian Calderone und Bernward Abing (von links). Foto: CDU-Kreistagsfraktion

Planungsgesellschaft: Darstellung nicht deutlich genug

Die Planos räumt jedoch ein Versäumnis ein: „Dieser sowohl inhaltliche als auch zeitliche Zusammenhang war aber im Entwurf des Nahverkehrsplans nicht so deutlich geworden, wie es hätte sein sollen.“ Diese Unklarheit hatte dazu geführt, dass die Samtgemeinden Neuenkirchen und Fürstenau um den Fortbestand der Buslinie 610 fürchteten und protestierten. Die Gemeinde Voltlage hatte sogar vor gut einem Monat eine Unterschriftenaktion gestartet. Nach den Worten des Planos-Sprechers sind zu den Vorschlägen einer besseren Verknüpfung von Bus und Bahn – im Entwurf des Nahverkehrsplans Maßnahmensteckbriefe genannt – viele Einwände eingegangen. Zur Linie 610 hätten sich vor allem die Samtgemeinden Fürstenau und Neuenkirchen umfangreich „und mit vielschichtigen Aspekten geäußert“. Deshalb habe man sich schon während des Beteiligungsverfahrens zum Nahverkehrsplan darauf verständigt, „der Politik zu empfehlen, in den Maßnahmensteckbriefen keine Änderung von Buslinien vorzugeben“.

„Weiterentwicklung“ der Linie 610 geplant

Zusammen mit den Vertretern der CDU und der SPD habe sich die Planos darauf verständigt, die Buslinie 610 weiter zu entwickeln. Das sei mit Blick auf eine umstiegsfreie Verbindung von und nach Osnabrück notwendig. Gleichzeitig solle sie keine Konkurrenz zur Schiene darstellen – wenn der 30-Minuten-Takt auf der Schiene sowie der Bus-Schiene-Tarif realisiert seien. Weiterentwicklung bedeute, so Marco Hörmeyer, „eine zusätzliche Erschließungsfunktion der Buslinie“ und „letztlich zusätzliche Haltestellen“.

CDU fordert „neues Mobilitätskonzept im Landkreis“

Die CDU-Kreistagsfraktion fordert nach eigener Darstellung aber auch ein Verbundsystem Bus-Schiene im Landkreis. Es müsse mit einem Ticket möglich sein, Bus und Bahn im Landkreis und die Busse in der Stadt Osnabrück zu nutzen. Frederik Gohmann sprach sich dafür aus, „über ein neues Mobilitätskonzept im Landkreis“ nachzudenken.

Zur Sache

Nahverkehrsplan und Planos
Im Dezember 2013 wurde der 3. Nahverkehrsplan für Stadt und Landkreis Osnabrück vom Rat der Stadt Osnabrück und dem Kreistag des Landkreises Osnabrück verabschiedet. Er hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Seit Jahresbeginn liegt der Entwurf des 4. Nahverkehrsplans vor. Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung beginnt nun die Beratung in den zuständigen Gremien von Stadt und Kreis, bevor die endgültige Fassung des 4. Nahverkehrsplans im Dezember sowohl vom Osnabrücker Rat als auch vom Kreistag verabschiedet werden soll.
Die Planungsgesellschaft Nahverkehr (Planos) ist ein Unternehmen der Stadt Osnabrück und des Kreises Osnabrück. Sie ist zuständig für den ÖPNV. Über den Beirat der Kommunen sind die Städte und Gemeinden im Osnabrücker Land mit der Planos verbunden.
Gemeinsam mit der im Jahr 1996 gegründeten Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) organisiert die Planos den Busverkehr in Stadt und Kreis.