Kooperation mit Wasserversorgungsverband?

26.05.2007

Kooperation mit Wasserversorgungsverband?
ja Fürstenau/Bippen/ Berge.
Die Gebühren für Schmutzwasser in der Samtgemeinde Fürstenau sollen vorerst nicht steigen. Zunächst ist geplant, die Situation des Eigenbetriebes der Kommune noch einmal nach allen Seiten hin zu durchleuchten. Dazu gehört auch, dass die Verwaltung prüft, ob eine Kooperation mit dem Wasserversorgungsverband Bersenbrück sinnvoll sein könnte. Dies empfahl der Werkausschuss auf Antrag der CDU einstimmig.

Wie berichtet, hatte es vor einigen Monaten im Werkausschuss eine Diskussion über eine mögliche Anhebung der Gebühren für Schmutzwasser gegeben. Damals war vereinbart worden, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Intecon zunächst einmal ein konkretes Zahlenwerk zum Jahresabschluss 2006 der Abteilung Schmutzwasser vorlegen sollte. Das ist inzwischen geschehen. Ein Mitarbeiter erläuterte im Werkausschuss detailliert das Datenmaterial, soweit es vorlag – angefangen von der Gewinn-und-Verlust-Rechnung bis hin zur Entwicklung des Anlagevermögens.

Nach etwa eineinhalb Stunden war der Ausschuss dann am entscheidenden Punkt angelangt – den Abschreibungszeiträumen. Sie seien zum Teil aufgrund der “unterstellten Nutzungsdauer” von Anlagen an der unteren Grenze, stellte der Wirtschaftsprüfer fest. So geht die Samtgemeinde nach einem Beschluss aus dem Jahr 2004 davon aus, dass Kanäle und Hausanschlüsse rund 100 Jahre genutzt werden können. Nach Angaben des Wirtschaftsprüfer wird in der Regel aber eine durchschnittliche Nutzungsdauer bei Kanälen von rund 70 Jahren und bei Hausanschlüssen von 62 Jahren angenommen.

Diese im Jahr 2004 veränderten Abschreibungssätze der Samtgemeinde haben zwei Effekte. Bisher konnten aufgrund dieser angenommen Sätze die Gebühren für die Bürger stabil gehalten werden. Das ist positiv. Die veränderten Abschreibungssätze haben aber nach Ansicht des Wirtschaftsprüfers und der Verwaltung auch die Folge, dass trotz betriebswirtschaftlich positiver Ergebnisse verstärkt Kapitalabflüsse notwendig sind, die zu immer mehr Liquiditätsverlusten führen. Das ist negativ und gefährdet die Wirtschaftlichkeit des Eigenbetriebes. Anders ausgedrückt: Politischer Wille und kaufmännische Finanzrechnung müssen wieder in Einklang gebracht werden. Und dazu könnte eine Gebührenanpassung notwendig sein.

Bevor jedoch weitere Schritte folgen, will sich die Politik umfassend informieren, um eine fundierte Entscheidung zu treffen – zumal nicht auszuschließen ist, dass auch eine Zusammenarbeit mit dem Wasserverband eine Lösung sein könnte.