Keine Grabsteine aus Kinderarbeit!

08.11.2017

Grabsteine prägen seit vielen Jahrzehnten das Bild auf den Friedhöfen. Leider ist ihre Herkunft in vielen Fällen nicht so würdig: Denn auch auf Friedhöfen in der Samtgemeinde Fürstenau werden immer wieder Grabsteine aufgestellt, die in Kinderarbeit gefertigt worden sind. Die Importsteine sind trotz des langen Transportwegs im Vergleich zu heimischen Steinen konkurrenzlos billig. Oft aber sind es 12- bis 15-jährige Kinder, die schwere Presslufthämmer halten, um Löcher für Sprengarbeiten zu bohren. Teilweise schuften in den Exportsteinbrüchen im Süden Indiens sogar Kinder im Vorschulalter. In einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 16.10.2013 wird festgestellt, dass eine Satzungsregelung, nach welcher nur Grabmale aufgestellt werden dürfen, die nachweislich in der gesamten Wertschöpfungskette ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne der ILO Konvention 182 hergestellt wurden, keine ausreichende gesetzliche Ermächtigungsgrundlage darstellt, um einen Eingriff in die durch Art. 12 Abs. 1 GG Geschütze Berufsausübungsfreiheit der Steinmetze zu rechtfertigen.

Gleichwohl sollte es aber möglich sein bis zu einer gesetzlichen Regelung in Niedersachsen einen Passus in die Friedhofssatzung aufzunehmen, der als ethisch moralischer Appell an die Steinmetze in unserer Region zu sehen ist.

  • Es sollen nur Grabsteine, Grabeinfassungen und Grabdeckplatten verwendet werden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne von Art. 3 des Übereinkommens Nr. 182 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 17. Juni 1999 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit hergestellt worden sind.
  • Auf eine Nachweispflicht, dass die aufgestellten Grabsteine, Grabeinfassungen und Grabdeckplatten nicht in Kinderarbeit hergestellt worden sind, wird bis zur Einführung einer gesetzlichen Regelung in Niedersachsen verzichtet.