Kasernen-Aus: Herkulesaufgabe für Fürstenau

09.09.2005

Kasernen-Aus: Herkulesaufgabe für Fürstenau
Fürstenau (hmd)
Eine Tendenz zeichnet sich bereits ab: Wenn Ende 2007 die letzten Bundeswehrsoldaten die Pommernkaserne verlassen, wird die Stadt Fürstenau nicht als Investor auftreten. Mit dem “Runden Tisch Konversion”, der am Mittwoch seine Arbeit aufnahm, möchten Kommune und Landkreis nun frühzeitig Lösungen für eine spätere Nutzung erarbeiten.
Auf Fürstenau kämen mit der Schließung der Kaserne “erhebliche Strukturprobleme” und damit auch eine “Herkulesaufgabe” zu, machte Stadtdirektor Helmut Kamlage den Handlungsbedarf deutlich. Fertige Pläne, so viel wurde bei der Auftaktveranstaltung klar, hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die nach Abzug der Bundeswehr Verwaltung und Verwertung übernimmt, nicht in der Schublade. Die Mitarbeiter Manfred Walter und Roger Schiffer machten die Devise des Eigentümers klar: “Es muss für den Bund etwas rumkommen”, sagt Walter. Möglich sei der Verkauf an Kommune oder privaten Investor sowie Vermietung oder Verpachtung. Dass der Bund keine Investitionen vornehme, sollten sich keine Interessenten finden, unterstrich Schiffer: “Dann wird die Kaserne zugemacht, und es passiert nichts.” Genau das aber möchte die Kommune vermeiden. Die Rahmenbedingungen erschwerten noch die Situation, wie Kreisrat Dr. Reinhold Kassing klar machte: Die Stadt sei hoch verschuldet, das strukturschwache Gebiet nicht erste Wahl bei Investoren. Somit stehe dem Angebot an Gewerbegebiet wenig Nachfrage entgegen. Einigkeit herrschte daher, dass die Stadt mit ihrer Planungshoheit für alle Vorschläge offen sein sollte. Bürgermeister Reinhold Schröder: “Wir richten uns mit den Planungen nach denen, die da kommen.” Zudem möchte die Stadt gezielt Investoren ansprechen und auch Vorschläge der Bevölkerung sammeln. Bis Ende des Jahres wird die BImA eine Potenzialanalyse erstellen und zu einem noch unbekannten Zeitpunkt die Liegenschaft über Anzeigen bekannt machen. Auch die Bundeswehr wolle helfen, machte Kommandeur Hans-Ullrich Wanning klar: “Die Kaserne steht für alle Interessenten offen.”
Zurzeit sind in der 1959 bezogenen Kaserne knapp 900 Soldaten und 140 Zivilbeschäftigte untergebracht. Neben der 38 Hektar großen Kaserne gehört noch ein 300 Hektar großer Übungsplatz zum Standort, der als Waldgebiet in den Planungen allerdings eine untergeordnete Rolle spielt.