Kandidatenkür der CDU Fürstenau: Junge Union forderte Listenplatz zwei für Kommunalwahl

15.04.2011

BKB 15.04.2011

Fürstenau/Schwagstorf. Wer den Nachwuchs fördert, muss damit rechnen, dass er auch fordert. Diese Erfahrung haben die CDU-Ortsverbände aus Schwagstorf und Fürstenau bei ihrer Mitgliederversammlung zur Aufstellung der Kandidatenlisten für die Kommunalwahl im September gemacht. Im Mittelpunkt stand die Platzierung von jungen Kandidaten an exponierter Stelle.

Im Saal Reinermann in Schwagstorf nahm zunächst alles seinen routinierten Gang – Wahl eines Versammlungsleiters (Alois Reinermann), Wahl eines Schriftführers (Sigrid Gerner), Wahl einer Wahl- und Stimmzählkommission (Uwe Hummert, Hans-Peter Stein). Auch eine Liste mit den Platzierungsvorschlägen für die Kandidaten machte die Runde. Auf Platz eins der Liste: Bürgermeister Herbert Gans. Auf Platz zwei: Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Oldenhage. Platz drei: Frauenpower mit Sigrid Gerner. Platz vier: Nachwuchsmann Johannes Selker.

Mit dieser Reihenfolge war die Junge Union allerdings nicht zufrieden. Pascal Hampel – gerade einmal 20 Jahre alt – stand auf und zitierte eine Richtlinie der Landes-CDU zur Kandidatenplatzierung, die auch von der Kreis-CDU einstimmig abgesegnet worden ist. Danach soll auf den ersten sechs Listenplätzen auch Frauen platziert sein, eine mindestens auf den ersten drei Plätzen. So weit, so gut. Sigrid Gerner stand auf Platz drei. Dann sollen auf den ersten sechs Listenplätzen mindestens zwei junge Leute unter 30 beziehungsweise 40 Jahre vertreten sein, einer nach Möglichkeit auf den ersten drei Plätzen. So weit, so schlecht. Johannes Selker stand auf Platz vier. Pascal Hampel forderte deshalb, die Plätze von Friedrich-Wilhelm Oldenhage und Johannes Selker zu tauschen – Selker also auf Platz zwei, Oldenhage auf Platz vier. Der Junge-Union-Mann berief sich dabei auf zuvor geführte Gespräche innerhalb der CDU, nach denen ein Tausch nicht ausgeschlossen sei.

Das Ergebnis des Auftritts war eine kurze Debatte, in der es um das ging, was wer gesagt hat und was nicht. Dazu gab es einige Statements für eine Platzierung von Johannes Selker auf Platz zwei sowie einige Statements für Friedrich-Wilhelm Oldenhage auf Platz zwei.

Dann schritten die CDU-Mitglieder auf Antrag von Pascal Hempel zur Wahl, um zu entscheiden, wie es denn nun gemacht werden soll. Zu diesem Zweck machte ein Schuhkarton der Marke Romika die Runde. Darin verschwanden die Stimmzettel, um sie anschließend zu zählen.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Zwei Drittel der Mitglieder votierten dafür, Friedrich-Wilhelm Oldenhage auf Platz zwei zu belassen und Johannes Selker auf Platz vier. Damit war die Sache entschieden. Die anschließende Abstimmung über die komplette Liste war nur noch Formsache.

Zum Abschluss zitierte Bürgermeister Herbert Gans mit doppelsinnigem Blick auf das bevorstehende Spiel von Schalke 04 gegen Inter Mailand eine alte Fußballweisheit aus dem Ruhrpott: „Wichtig ist auf dem Platz.“ Sie lässt sich auch auf die Kommunalwahl übertragen.