Architekturbüro Schröder: So soll die neue Kita aussehen.

In vielen Kitas wird gebaut – Neuer Neun-Gruppen-Kindergarten für 4,6 Millionen Euro in Fürstenau

06.10.2021
Von Jürgen Ackmann, NOZ

Fürstenau/Bippen/Berge. Der Bedarf an Betreuungsplätzen in der Samtgemeinde Fürstenau steigt. Deshalb sind gleich mehrere Bauprojekte für Kinder bis zu sechs Jahren in Arbeit. Das Größte: Ein Neun-Gruppen-Kindergarten auf dem Bildungscampus.

Angesichts des steigenden Bedarfs an Plätzen und wegen der fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten am Standort am Wegemühlenweg haben sich Kirchengemeinde St. Katharina und Kommune entschlossen, auf dem Bildungscampus bereits 2022 einen Neubau mit dann neun Gruppen zu errichten – einschließlich der Möglichkeit, später zwei weitere Gruppenräume anzubauen. Damit entsteht in der Samtgemeinde Fürstenau einer der größten Kindertagesstätten im Nordkreis.

Mit dieser “großen Lösung” will die Samtgemeinde künftig Engpässe vermeiden, wie der zuständige Fachdienstleiter Thomas Wagener erklärt. Zudem sei der Neubau wirtschaftlicher, zumal das Gebäude am Wegemühlenbach stark sanierungsbedürftig sei.

Fast 2000 Quadratmeter Nutzfläche

Geplant ist die neue St.-Katharina-Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe zum HpH-Kinderzentrum auf dem Grund der Kirchengemeinde. Für die neun Gruppen wird eine Nutzfläche von fast 2000 Quadratmetern zur Verfügung stehen – drei für Krippenkinder, sechs für Jungen und Mädchen im Kindergartenalter. Die Kosten sind mit gut 4,6 Millionen Euro kalkuliert, wie Architekt Gregor Schröder junior in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates erläuterte.

In den Baukosten sind bereits die Kosten für Spielgeräte, Möbel und die Gestaltung der Außenanlagen mit eingerechnet. Zudem sei das Projekt großzügig kalkuliert, falls beispielsweise die Baukosten weiter stiegen, erklärte Gregor Schröder junior. Hinzu komme, dass bis zu 3,5 Millionen Euro förderfähig seien.

Komplett barrierefreie Kindertagesstätte

Die neue Kindertagesstätte wird in Holzrahmenbauweise errichtet und wird komplett barrierefrei sein. Abgesehen von Materialräumen wird es keine innenliegenden Räume ohne Fenster geben. Weiterhin sind zwei Speiseräume vorgesehen – einmal für die Krippe, einmal für den Kindergarten. Beide Einrichtungen sind zwar räumlich voneinander getrennt angeordnet, aber durch ein großzügiges Foyer miteinander verbunden.

Architekturbüro Schröder


Die Besonderheit des Bauprojektes: Die neue Kindertagesstätte und das Kinderzentrum werden künftig unmittelbar aneinandergrenzen. Das wollen die Erzieherinnen und Erzieher für einen regelmäßigen Austausch zwischen den beiden Einrichtungen nutzen. Der ist ausdrücklich gewünscht.

Alter Standort für die Altenpflege

Wenn die Kindertagesstätte umgezogen ist, sollen die Räume am Wegemühlenweg für die Altenpflege genutzt werden, so Thomas Wagener. Denkbar sei, dass es eine Kooperation mit dem in der Nähe liegenden St.-Reginen-Stift gebe.

Und wie ist es sonst um die Kindergarten-Situation in der Samtgemeinde bestellt? Im Gemeindehaus in Berge ist zum August eine Übergangskrippengruppe eingerichtet worden. In Planung für 2022 ist der Neubau eines zweiten Gruppenraums an der Krippe Sonnenschein. In Grafeld hat ebenfalls eine Übergangskindergartengruppe ihren Betrieb aufgenommen. Dort steht nun der Neubau einer regulären Außengruppe des St. Servatius-Kindergartens in Berge an. Wann damit begonnen werden kann, steht noch nicht endgültig fest.

Mit einem neuen Elterncafé

In Bippen hat der Umbau und die Erweiterung der evangelischen Kindertagesstätte um eine Krippengruppe, einen Gruppenraum für den Kindergarten, einen Mitarbeiterraum sowie einen Essensbereich bereits begonnen. Im nächsten Jahr soll alles fertig sein. Die Kosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro. Hinzu kommt der Waldkindergarten mit 15 Plätzen, der im August seinen Betrieb aufgenommen hat.

Jürgen Ackmann

Zwei neue Gruppenräume für Kindergarten- und Krippenkinder werden derzeit an der Tagesstätte in Bippen gebaut.
In Fürstenau wird die evangelische Kindertagesstätte St. Georg 2022 um eine Krippengruppe erweitert. Hinzu kommt ein größerer Mitarbeiterraum und die Einrichtung eines Elterncafés. Die vorbereitenden Planungen sind weitgehend abgeschlossen.

Neue Gruppe im HpH-Kinderzentrum

Im HpH-Kinderzentrum auf dem Bildungscampus ist nach Abschluss der Bauarbeiten im August eine weitere Krippengruppe in Betrieb gegangen. Zudem gibt es inzwischen übergangsweise eine vierte Kindergartengruppe. Sie befindet sich im Raum für die Sprachheilkinder. Die wiederum sind in zwei zusammengelegte Differenzierungsräume umgezogen. Eine weitere Übergangsgruppe wird von der Kindertagesstätte St. Katharina in einem Gebäude “An den Schanzen” in der Innenstadt betrieben, die damit derzeit sechs Gruppen unterhält.