„Ich lasse mich nicht instrumentalisieren“

23.05.2009

Von Jürgen Ackmann

Fürstenau/Bippen/ Berge.
Keine Frage. Die Integrierte Gesamtschule Fürstenau ist derzeit im Gespräch wie selten zuvor – egal, ob es um das Turbo-Abi geht, um Sanierungsprojekte, Fachgymnasium oder Sporthalle. Es gibt immer etwas zu diskutieren. Im Gespräch mit dem „Bersenbrücker Kreisblatt“ gab Samtgemeindebürgermeister Peter Selter Auskunft zu den Gesprächsständen.

Herr Selter, bei der Integrierten Gesamtschule gibt es derzeit vier Baustellen – das Dach der Sporthalle, die Umgestaltung der Verwaltung, das Fachgymnasium und das Abi nach zwölf Jahren. Wie ist der aktuelle Stand?

Bei allen Themen gibt es Bewegung. Was die IGS-Sporthalle angeht, ist mir erst einmal ein Stein vom Herzen gefallen, als ich die Nachricht bekam, dass wir die Halle wieder benutzen können. Nun geht es um die Frage, ob und wie ein Projekt mit Fotovoltaikanlagen weitergeführt werden kann. Dazu werde ich zunächst die Meinung des Rates einholen.

Und was ist mit der Neugestaltung des Verwaltungstraktes und des Innenhofes? Kann es in diesem Jahr tatsächlich losgehen?

Wir haben in intensiven Gesprächen mit dem Landkreis deutlich gemacht, dass durch diese beiden Projekte die Schule quasi „runderneuert“ wäre. Es gilt, die jahrelangen Sanierungen nun schnell und erfolgreich abzuschließen. Das wurde uns zugesagt. Zudem wird die Schule durch den Einbau eines Personenaufzuges „barrierefrei“. Das wertet unsere Schule noch weiter auf.

Um das Thema „Fachgymnasium“ ist es still geworden. Warum?

Zwischen den Verwaltungen und den Ministerien wird daran fleißig gearbeitet. Dem Ministerium liegt ein Vorschlag des Landkreises vor, der auch eine dezentrale Lösung mit einem Standort in Fürstenau vorsieht. Jetzt gilt es die Schulpolitiker davon zu überzeugen, dass ein solches Modell das einzig richtige für eine zukunftsgerichtete Bildungslandschaft ist.

Letztes Stichwort: „Turbo-Abitur“. Da ist auch Kritik an Ihrer Vorgehensweise laut geworden. Speziell wegen der Vorlage eines Kompromissvorschlages in Hannover.

Ich habe in Hannover unmissverständlich deutlich gemacht, dass der Rat der Samtgemeinde und damit auch ich die derzeitige Situation erhalten möchten. Ich habe die Debatte im Landtag vergangene Woche live verfolgt, in der auch eine Kompromisslinie debattiert wurde. Es ist deutlich geworden, dass die Pläne der Landesregierung umgesetzt werden. Nun kann man einerseits die Arme verschränken und auf einem Wunsch beharren, so wie es von mir offenbar erwartet wird. Dazu bin ich nicht bereit. Ich habe meinen Job zu machen. Ich muss versuchen, dass zu erhalten, was für die Schule am wichtigsten ist. Damit meine ich die Bedeutung des Elternwillens und die für die IGS passende Differenzierung des Lernniveaus. In dieser Situation lasse ich mich nicht politisch instrumentalisieren. Für unsere IGS das rauszuholen, was möglich ist, ist mein Ziel. Ich kümmere mich dabei nicht um landespolitische Meinungsverschiedenheiten, sondern um unsere Schule. Das ist heute so und wird auch in Zukunft so sein.