Gesprächsklima ist kühler geworden

15.11.2008

Von Jürgen Ackmann
Fürstenau/Bippen/ Berge.
Nicht nur in der Natur wird es frostiger. Auch zwischen den Feuerwehren und der Samtgemeinde Fürstenau ist das Gesprächsklima offenbar etwas abgekühlt. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Bauen, Feuerwehr und Umwelt jedenfalls ging es um Kommunikations- und Verständnisprobleme.

Hinten im großen Sitzungssaal des Schlosses saßen die Feuerwehrleute aus Fürstenau, Bippen und Berge – vielleicht 20, vielleicht 25. Vorne saßen die Kommunalpolitiker und der Samtgemeindebürgermeister. Normalerweise gibt Peter Selter nach einer kurzen Einführung in ein Thema das Wort an die zuständigen Fachdienstleiter ab. Doch dieses Mal setzte er zu einer längeren Rede an – wie sich herausstellte, nicht ganz ohne Grund. Weiteren Gesprächsbedarf sah Peter Selter zunächst bei der Einrichtung einer Atemschutzpflegestelle. Bislang haben die Feuerwehrleute ihre Ausrüstung zu den feuerwehrtechnischen Zentralen geschickt. Nach einer Überarbeitung des Aufgabenkataloges durch den Landkreis ist nun aber vorgesehen, dass diese Aufgaben zukünftig in den Kommunen erledigt werden. Die Samtgemeinde ist deshalb mit den Feuerwehren aktiv geworden und hat sich mögliche Standorte für eine Pflegestelle angeschaut. Das Fazit: Wird eine große Variante mit allen Schikanen gewählt, entstehen Kosten in Höhe von 90000 bis 100000 Euro. „Das ist zu viel“, sagt der Samtgemeindebürgermeister und will angesichts der desolaten Finanzlage der Kommune nach kostengünstigeren Lösungen suchen. Gespräche mit dem Landkreis habe er bereits geführt, wie Peter Selter deutlich machte. Aus diesem Grunde werden keine 100000 Euro im Haushalt für 2009 bereitgestellt. Die Feuerwehrleute hörten es sehr wohl.

Und dann war da noch das immer wieder ungeliebte Thema „Neue Fahrzeuge“. Äußerlich blieb der Samtgemeindebürgermeister ruhig, doch war ihm anzumerken, dass es ihm missfallen hat, dass die Führungsspitze der Feuerwehr auf Einladung des Brandabschnittsleiters Nord, Ralf auf dem Felde, anscheinend einen Beschaffungsplan besprochen hat, ohne die Samtgemeinde mit einzubeziehen. „Wir hätten es schon gern, wenn es um neue Fahrzeuge geht, dass wir beteiligt werden“, erklärte Peter Selter. Schließlich müsse die Kommune sie bezahlen. „Es ist besser, wenn wir zusammenarbeiten“, betonte er.

Sodann listete er genau auf, dass sich die Samtgemeinde an dem seit 1998 in Kraft befindlichen Investitionsprogramm bis 2012 gehalten habe. Es seien alle vereinbarten Fahrzeuge angeschafft worden. Lediglich in Grafeld und Ohrtermersch stünden noch Anschaffungen aus. Und auch das werde noch erledigt.

Die Feuerwehrleute hörten es, schwiegen und verließen den Saal. Gleichwohl gibt es offenbar noch Gesprächsbedarf. Ach ja. Die Wahl des neuen Gemeindebrandmeisters im Frühjahr steht ja ebenfalls an. Noch ein Thema.