Für Integrationsgruppe im Kindergarten

24.05.2006

Für Integrationsgruppe im Kindergarten
ja Berge.
Bewegung im Berger Kindergarten. Erstens: Der Rat hat sich dafür ausgesprochen, bei Bedarf im Sommer eine Integrationsgruppe einzurichten. Zweitens: Es soll eine zusätzliche Kleingruppe gebildet werden, da in einer Integrationsgruppe nur 20 statt 25 Kinder zugelassen sind. Drittens: Die Gemeinde hat einen Vertrag vorgelegt, der vorsieht, dass die katholische Kirche für drei weitere Jahre Träger ist.
Bei einem Integrationsprojekt haben viele Institutionen ein Wort mitzureden – der Landkreis, das Landesjugendamt, der Träger des Kindergartens, die Gemeinde. Sie alle müssen in der ein oder anderen Form ihr Einverständnis geben. Der Berger Rat hat nun seine Zustimmung erklärt. Wie Bürgermeister Alfons Bertke in der Sitzung darstellte, würden in der neuen Gruppe – falls sie zu Stande komme – neben dem „Integrationskind“ 19 weitere Jungen und Mädchen betreut, und zwar fünf Stunden täglich. Das seien pro Woche fünf Stunden mehr als in den regulären Gruppen, die pro Tag vier Stunden betreut würden. Es müssten also mehr Betreuungsstunden finanziert werden – insgesamt zehn pro Woche, pro Erzieherin fünf.
Nach Aussage von Alfons Bertke kommen auf diese Weise Mehrkosten von 10000 Euro pro Jahr zusammen. Er schlug vor, von den Eltern der Integrationsgruppe gemäß der geltenden Beitragsordnung einen zusätzlichen Betrag von zehn Euro pro Monat zu erheben (siehe „Stellungnahme“). Ein Beibehalten der kostenneutralen Vier-Stunden-Betreuung in einer Integrationsgruppe sei auf Grund der geltenden Bestimmungen schwierig. „Das Gesetz schreibt eine Betreuung von 25 Stunden in der Woche vor“, betonte Bertke. Ob andere Regelungen in Absprache mit den Behörden möglich seien, bleibe abzuwarten.
Wenn die Integrationsgruppe gebildet werde, sei wegen der Anmeldezahlen eine zusätzliche Kleingruppe notwendig, die wegen der räumlichen Situation maximal sieben Kinder haben solle und dürfe. Komme die Integrationsgruppe nicht zu Stande, blieben vermutlich nur zwei Kinder übrig, für die es keinen Platz gäbe, wie Bertke weiter sagte. Dann solle zunächst versucht werden, mit Eltern über eine Betreuung in der „Pusteblume“ oder im „Leuchtturm“ zu sprechen.
Unabhängig von diesen Überlegungen gab es im Rat Kritik am „Fahrplan“. „Uns läuft die Zeit weg. Es wäre besser gewesen, wenn der Kindergarten bereits Ende des vergangenen Jahres das Thema angesprochen hätte,“ erklärte Wilhelm Apke. Er bezog sich dabei unter anderem darauf, dass geklärt werden muss, welche Eltern bereit sind, ihre Kinder in eine Integrationsgruppe mit einer längeren Betreuungszeit zu schicken. Grundsätzlich aber wurde das Angebot begrüßt. Es biete arbeitenden Eltern zusätzliche Möglichkeiten, erklärte Udo Bröermann.
Was die Trägerschaft für den Kindergarten angeht, zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab. Die Gemeinde, die überlegt hatte, selbst einzusteigen, hat der Kirchengemeinde nun doch einen Vertrag für drei Jahre vorgelegt. Er wird derzeit geprüft. Es müssten noch einige Punkte geklärt werden, sagte Pastor Hubert Schütte.