Freizeitpark: Was ist machbar?

11.11.2009

Von Jürgen Ackmann
Fürstenau.
Es war alles vorbereitet: Im Projektbüro der niederländischen Investoren duftete der Kaffee, ein Moderator stand parat, an kompetenten Gesprächspartnern fehlte es ebenfalls nicht. Gestern ging in Fürstenau die Antragskonferenz des Landkreises für den geplanten Freizeitpark auf dem ehemaligen Kasernengelände über die Bühne.

Die Antragskonferenz hat den Zweck, bereits vor den eigentlichen Genehmigungsverfahren mit den Trägern öffentlicher Belange – zum Beispiel Naturschutzverbände oder Behörden – klärende Gespräche zu führen. Im Idealfall kann die Kommune danach direkt in die Flächennutzungs- und Bebauungsplanung einsteigen – das verkürzt die Zeit bis zum Start von Bauprojekten. Unter Umständen ist aber der klassische Weg über ein Raumordnungsverfahren notwendig. Dieser Weg ist länger.

Wo es langgeht, muss in spätestens vier Wochen geklärt sein. So schreiben es die Regeln vor. „Der Landkreis wird wahrscheinlich schon früher entscheiden“, erklärte gestern Samtgemeindebürgermeister Peter Selter.

Als Entscheidungsgrundlage gab es natürlich auch Papier – genauer gesagt 31 beschriebene Blätter. Dort listen die Investoren auf, welche Vorhaben sie von 2010 bis 2015 umsetzen möchten – immer vorausgesetzt, dass die Vorhaben genehmigungsfähig sind und keinen Protest hervorrufen. Für 2010 planen die Investoren vor allem Projekte, die nicht so einen großen Vorlauf benötigen oder die Grundlage für weitere Angebote sind. Dazu gehört zum Beispiel der Aufbau einer Gastronomie oder die Einrichtung von Personalwohnungen. Weiterhin vorgesehen sind unter anderem ein Hochseilgarten auf einer Fläche von zehn Hektar, ein Höhen-Übungsparcours nebst Kletterwand für Intensivsportler, eine Rennbahn für Skater sowie Quads oder Buggys. Ebenfalls im Gespräch: eine Off-Road-Strecke mit „konfliktfreiem Abstand zum Kern der touristischen Nutzung“. In den Folgejahren ist unter anderem der Bau von bis zu 250 Ferienwohnungen nebst Wasserflächen angedacht. Ein Hotelbetrieb, eine Reitanlage, ein Hallenbad sowie eine Jugendherberge sind ebenfalls Themen. Was im Einvernehmen mit den Fürstenauern und den Behörden machbar ist, muss sich zeigen. Interesse von großen Jugendgruppen jedenfalls gibt es bereits jetzt, wie die Niederländer berichten.