Freie Fahrt für Berger Autofahrer

29.10.2010

Berge. Die Durchgangssperren für den Wacholder- und Tannenweg in Berge werden wieder aufgehoben. Dafür hat sich der Rat in seiner Sitzung am Mittwochabend mit neun Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen ausgesprochen. Die Sperre, die vom Landkreis nach Ablauf der ursprünglichen Dreimonatsfrist noch einmal bis zum 29. Oktober verlängert worden war, wird nun an diesem Wochenende endgültig aufgehoben. Stattdessen will der Rat jetzt darüber nachdenken, ob es andere Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung gibt.

Bis zuletzt hatten Befürworter und Gegner miteinander debattiert und gestritten, ob die zunächst befristeten und probeweise eingeführten Sperren Bestand haben sollten oder nicht. Auch in den Fraktionen von CDU und SPD/UWG ist das Thema kontrovers diskutiert worden. So kam es, dass am Mittwochabend SPD-Mitglieder mit CDU-Mitgliedern stimmten und umgekehrt – Demokratie jenseits von Fraktionszwängen.

Bevor der Rat sein Votum abgab, hatte Bürgermeister Volker Brandt noch einmal die bisherigen Geschehnisse zusammengefasst – angefangen beim ersten Vorstoß der Anlieger über die Sitzungen in den Ratsgremien, die Kontaktaufnahme mit dem Landkreis, der Unterschriftenaktion der Gegner, der Befragung der Anlieger, von denen sich 29 für und drei gegen eine Sperrung ausgesprochen hatten, bis zu den Fraktionssitzungen. Dabei machte er auch immer wieder klar, dass die letzte Entscheidung beim Landkreis Osnabrück liege, auch wenn der sich wahrscheinlich am Votum der Gemeinde Berge orientiere.

Auch eine persönliche Bemerkung hatte der Bürgermeister noch: Es habe ihn in den vergangenen Monaten sehr gestört, dass die Debatte über das Für und Wider der Durchgangssperren teilweise „am Rande der Polemik“ geführt worden sei. Das sei nicht notwendig gewesen.

Ähnlich hat dies auch Wilhelm Apke empfunden. Als neuer Sprecher der CDU-Fraktion erklärte er, dass er es bedauert habe, dass die Diskussion teilweise sehr ins Persönliche abgeglitten sei. Sodann erklärte er, dass seine Fraktion „fast“ geschlossen dafür sei, die Sperre wieder aufzuheben. Zugleich machte er das Angebot an die Anlieger, eine Lösung zu suchen, die allen Interessen gerecht werde.

Unterdessen übte Alfons Bertke (CDU) harte Kritik an den zuständigen Fachleuten des Landkreises. Sie hätten die Gemeinde in keiner Weise ausreichend beraten. Ungeachtet dessen sprach er sich ebenfalls gegen die Sperrungen aus – ebenso wie Burkhard Hömme, der zudem auf Fragen der Abwägung beispielsweise von öffentlichen Verkehrsbelangen im Verhältnis zum Ruhebedürfnis von Anliegern hinwies.

Bernt Sievers-Over Behrens (CDU) teilte die Kritik am Landkreis, sprach sich aber für eine Beibehaltung der Sperrungen aus – unter anderem deshalb, weil Walcholder- und Tannenweg zu schmal seien, um einen vernünftigen Begegnungsverkehr zu ermöglichen.

Ebenfalls für eine Beibehaltung der Sperrungen war Helmut Kamp (SPD). Wenn der Rat anders entscheiden sollte, dann müsse aber wenigstens dafür gesorgt werden, dass der Verkehr dort deutlich beruhigt werde.

Dass das Thema trotz der Ratsentscheidung noch nicht ganz erledigt ist, zeigte die Einwohnerfragestunde. Da flackerte die alte Debatte blitzartig wieder auf.