Flurbereinigungsverfahren in Hollenstede

17.05.2008

1750 Hektar und 190 Beteiligte
anl Fürstenau.
Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren in Hollenstede war Thema der jüngsten Sitzung des Straßen- und Wegeausschusses der Stadt Fürstenau. 2009 soll der Startschuss für das Projekt fallen.

Nachdem der Ausschuss-Vorsitzende Walter Vorderstraße sowie Paul Weyman von der Verwaltung alle Regularien abgewickelt hatten, waren Helmut Falge und Thomas Kuzior von der Niedersächsischen Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaft (GLL) am Zuge. Sie stellten die geplante Flurbereinigung in Hollenstede in Wort und Bild vor. Ein Arbeitskreis mit gewählten Grundeigentümern und Vertretern von Stadtverwaltung und GLL hätten inzwischen Neugestaltungsgrundsätze nach Paragraf 28 des Flurbereinigungsgesetzes festgelegt und diese im Herbst 2007 mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt, berichtete Helmut Falge. Die Genehmigung zur Durchführung des Verfahrens vom Landwirtschaftsministerium sei im April 2008 erfolgt, so dass die Einleitung der Flurneuordnung 2009 möglich sei.

Helmut Falge erläuterte, dass das vorgesehene Verfahrensgebiet rund 1750 Hektar Fläche umfasse und die Teilnehmergemeinschaft etwa 190 Beteiligte haben werde. Ziele seien die Bodenordnung, zu der beispielsweise die Ausweisung und Gestaltung von etwa 13,5 Hektar Gewässerrandstreifen gehörten, aber auch die Neuvermessung des gesamten Gebietes und der Ausbau des landwirtschaftlichen Wegenetzes auf einer Gesamtlänge von 24,8 Kilometern. Anhand von Kartenmaterial zeigte Helmut Falge auf, welche Wege laut aktueller Planung ausgebaut werden sollten. Geplant sei der Ausbau mit einer mittelschweren bituminösen Deckschicht als zweischichtiger Aufbau oder Tragdeckschicht. Insgesamt sei mit Kosten in Höhe von 3,1 Millionen Euro zu rechnen; allein der Straßen-Wegebau würde mit 2,6 Millionen Euro zu Buche schlagen, weiterhin wären Kosten für Landschaftspflege, Planinstandsetzung und Entschädigungen in der Gesamtsumme enthalten. Die Teilnehmerbeiträge würden laut Falge mit 150000 Euro knapp fünf Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Der Zuschuss des Landes decke als Anteilsfinanzierung höchstens 70 Prozent der Kosten. Blieben – kalkulierte – 815000 Euro, die die Teilnehmergemeinschaft selbst finanzieren müsse.

Über dieses Defizit berieten die Mitglieder des Straßen- und Wegeausschusses in ihrer Sitzung. Einhellig stimmten sie einer Verwaltungsvereinbarung zu, nach der die Stadt Fürstenau in vollem Umfange den Kapitaldienst für dieses Darlehn übernimmt.

Weiterhin unterstützte Friedrich-Wilhelm Oldenhage für die CDU die aus dem Kartenmaterial hervorgehende geplante „Unterstützung des Radwegebaus“ entlang der Hagenbecker Straße. Er bat darum, entsprechend an der K114 Richtung Schale zu verfahren. Helmut Falge versprach, die Vermessung der beiden Strecken in das Verfahren einzubeziehen, einen tatsächlichen Radwegebau könne er jedoch gegenwärtig nicht versprechen.

Ein Gespräch mit den Beteiligten der Flurbereinigung ist für September geplant. Wenn die Einleitung des Verfahrens im Januar 2009 erfolgen sollte, wäre ein Ausbau der Straßen und Wege von 2010 bis 2015 realistisch, so Helmut Falge.