Einrichtung bleibt geschlossen – Jugendliche lösten Brand in Fürstenauer Kindergarten aus

26.03.2013

NOZ 26.03.2013

Fürstenau. Zwei Jugendliche haben den Brand am evangelischen Kindergarten in Fürstenau durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer, wie es die Polizei formuliert, ausgelöst. Das Feuer zerstörte zwar nur den Verbindungstrakt zwischen Kinderkrippe und -garten, aber 116 Kinder können vorerst die Kindertagesstätte nicht mehr besuchen.

Die beiden Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren hatten am Sonntag im hinteren Bereich des Kindergartens unter dem Dachüberstand Pappe angezündet und dann, so die Ermittlungen der Polizei, nach ihren Angaben wieder gelöscht. Als sie den Ort jedoch verlassen wollten, brannte die Pappe erneut. Die Jugendlichen versuchten zwar mit einem Feuerlöscher aus dem Jugendzentrum, wo sie vorher bereits eingestiegen waren, den Brand zu löschen. Das misslang jedoch. Die beiden Jugendlichen atmeten dabei Rauchgas ein, einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden.

Gegen 17.30 Uhr rückte dann die Feuerwehr Fürstenau an, unterstützt von der Schwagstorfer Wehr und der Ankumer Drehleitereinheit. Das Feuer hatte sich mittlerweile vom Unterstand auf das Dach des Zwischenbaus ausgeweitet. Nach gut einer Stunde hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kon-trolle. Sie verhinderten mit vereinten Kräften ein Übergreifen der Flammen auf die Kinderkrippe und die Räume des Kindergartens. Jedoch wurde der Verbindungstrakt, in dem unter anderem auch die Technik der Kindertagesstätte untergebracht ist, durch Feuer und Löschwasser zerstört.

Noch am Sonntag wurden die Eltern, deren Kinder auch während der Ferien wegen Berufstätigkeit der Eltern betreut werden, über den Brand im Kindergarten informiert. Eigentlich besuchen 101 Jungen und Mädchen den Kindergarten, weitere 15 die Krippe. Nunmehr galt es, nur für einige Kinder für die Tage vor Ostern eine Übergangslösung zu finden. Während einige Eltern es schafften, durch Verwandte oder andere Kräfte die Betreuung ihres Nachwuchses sicherzustellen, erklärte sich der katholische Kindergarten bereit, die übrigen Kinder aufzunehmen.

Vom Unterstand griff das Feuer auf das Dach des Verbindungsbaus des evangelischen Kindergartens über. Foto: Nordwestmedia

Vom Unterstand griff das Feuer auf das Dach des Verbindungsbaus des evangelischen Kindergartens über. Foto: Nordwestmedia

Bei einer Bestandsaufnahme am Montag durch Vertreter der Samtgemeindeverwaltung, des Kindergartens und des Kirchenkreises zeigte sich, dass die Räume vorerst nicht genutzt werden können. Da im Zwischentrakt die Technik untergebracht ist, gibt es momentan weder Strom noch Heizung in den Gruppenräumen. Auf 50000 Euro bezifferte zwar die Polizei den Gebäudeschaden durch das Feuer, Kindergartenleiterin Astrid Dennig rechnet jedoch durch Verrußung und Rauchgase mit entschieden höheren Folgekosten. Ob zum Beispiel ein neuer einfacher Anstrich ausreicht, um den Brandgeruch aus der Kinderkrippe herauszubekommen? Was muss alles in den Räumen des Kindergartens gemacht werden? Viele Fragen, mit denen sich nicht nur der Kirchenkreis als Träger des Kindergartens in den nächsten Tagen befassen muss. Der für Dienstag angekündigte Besuch des Brandsachverständigen der Versicherung dürfte vielleicht für mehr Klarheit sorgen.

In der kommenden Woche soll es erst einmal eine Notgruppe im evangelischen Gemeindehaus geben. Bis zum 8. April hofft Astrid Dennig dann, für alle Kinder eine Interimslösung gefunden zu haben. Die Eltern würden in den nächsten Tagen auf dem Laufenden gehalten.

Bürgermeister Herbert Gans setzt darauf, dass kurzfristig eine Lösung gefunden wird. Gemeindehaus, Schulen, Container – viele Modelle werden von der Samtgemeindeverwaltung und dem Träger durchgespielt werden. „Wir sehen zu, dass wir den Kindergartenbetrieb möglichst nächste Woche wieder aufnehmen können“, gibt sich Thomas Wagener, Fachdienstleiter Bürgerservice und Soziales, zuversichtlich.