Ein neuer Kindergarten für die Gemeinde Berge

20.02.2009

ja Berge.
Die Gemeinde Berge soll einen zweiten Kindergarten bekommen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Rat beschlossen, alles Notwendige dafür in die Wege zu leiten. Vorgesehen ist ein regulärer Ein-Gruppen-Kindergarten mit 20 Plätzen im Alten Küsterhaus. Träger wird der Verein „Leuchtturm“ sein, der dort ohnehin Kindergruppen betreut.

Die Zahlen: Wie Berges Bürgermeister Volker Brandt in der Sitzung am Mittwochabend erläuterte, verlassen im Sommer mit Schuljahresbeginn vermutlich 38 Jungen und Mädchen den St.-Servatius-Kindergarten. Im Gegenzug lägen derzeit jedoch 55 Anmeldungen vor, sodass ein Fehlbedarf von insgesamt 17 Plätzen bestehe. Mehr als 90 Kinder könne der Kindergarten jedoch auf keinen Fall aufnehmen. Damit aber trotzdem alle Jungen und Mädchen sofort einen Platz bekommen könnten, plane die Gemeinde nun einen zweiten Kindergarten in den Leuchtturm-Räumen. Das Referat Tagespflege des Kultusministeriums sei bereit, einen eigenständigen eingruppigen Kindergarten zu genehmigen, wie eine Anfrage ergeben habe, betonte Volker Brandt. Überdies bestehe die Möglichkeit, neben der Aufnahme von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren auch altersübergreifend zu arbeiten – also Jungen und Mädchen unter drei Jahren zu betreuen, sagte Volker Brandt.

Die Räume: Die baulichen Voraussetzungen für einen regulären Kindergarten sind erfüllt – der Gruppenraum verfügt über 40,13 Quadratmeter, es gibt einen Spiel- und Toberaum mit 24,05 Quadratmetern, einen Frühstücksraum mit 15,44 Quadratmetern sowie einen Bastelraum mit 7,4 Quadratmetern. Überdies ist eine 440 Quadratmeter große eingezäunte Außenspielfläche vorhanden. Außerdem können die Kinder auch den Spielplatz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde nutzen. Den müsse die Gemeinde allerdings noch einzäunen lassen, erklärte Volker Brandt.

Und wo blieben die jetzigen Betreuungsgruppen? Sie würden – wie früher schon einmal – möglicherweise im benachbarten Gemeindehaus Platz finden. Das grundsätzliche Einverständnis hat der Kirchenvorstand gegeben.

Die Struktur: Der neue Ein-Gruppen-Kindergarten wird – so wie St. Servatius – an fünf Werktagen in der Woche mindestens 20 Stunden öffnen. Auch die Höhe der Gebühren wird identisch sein. Im Kindergarten arbeiten werden eine Leiterin sowie eine Fachkraft. Die Finanzierung wird – siehe St. Servatius – vom Land, von der Gemeinde sowie von Eltern sichergestellt.

Auswahlkriterien: Welche Kinder St. Servatius oder Leuchtturm besuchen, ist noch nicht geklärt. Vertreter beider Einrichtungen sowie die Gemeinde wollen sich in Kürze an einen Tisch setzen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Alternativen: Denkbar wäre, die 17 Kinder per Bus zu anderen Kindergärten in der Samtgemeinde zu bringen, die noch freie Plätze haben. Eine weitere Möglichkeit wäre, einen Container am St.-Servatius-Kindergarten aufzustellen. Eine dritte Variante wäre ein richtiger Anbau mit einem weiteren Gruppenraum. Er würde aber nicht bis zum Sommer fertig werden. Und ob er sich angesichts des Geburtenrückganges langfristig lohnt, ist nicht sicher. Der jetzige Überhang hängt auch mit dem beitragsfreien Kindergartenjahr zusammen. Diese neue Regelung hat zu einem größeren Ansturm auf die Plätze geführt. So oder so: Der Rat hält alle drei Varianten derzeit nicht für geeignet.

Ausblick: Um zukünftig nicht wieder kurzfristig reagieren zu müssen, ist im Frühjahr ein runder Tisch mit Kirchengemeinden, Betreuungseinrichtungen und Kommunalpolitik geplant. „Wir brauchen ein langfristiges Konzept“, sagte Axel Escher und gab damit die Meinung des gesamten Berger Rates wieder.