Centerparc: Eine Idee ist in aller Munde

18.03.2006

Foto: Peter Selter,Ansprechpartner bei der Samtgemeinde für “Konversionsaufgaben”
Centerparc: Eine Idee ist in aller Munde
ja FÜRSTENAU.
Der Centerparc – eine realistische Chance für die zukünftige Nutzung des Bundeswehrgeländes in Fürstenau? Darüber diskutieren derzeit die Bürger. Was sagt der Ideengeber Benno Trütken dazu? Was der Ansprechpartner bei der Samtgemeinde für diese “Konversionsaufgabe”, Peter Selter?
Nach Auffassung von Benno Trütken ist die Chance, einen Centerparc – auch Ferienparadiese unter einem Dach genannt – anzusiedeln allemal größer, als beispielsweise das Warten auf eine Umstrukturierung bei den Bundeswehrsanitätern, die den Standort retten würden. “Selbst eine begründete Hoffnung in diese Richtung dürfte nicht zum Erliegen aller öffentlichen Denkübungen für eine Nachnutzung führen. Auch deshalb habe er zum 27. März den Bürgermeister Franz Duin aus Wildeshausen eingeladen, dessen Kommune mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habe, so Trütken.
Die Ansiedlung eines Centerparcs sei keineswegs völlig unrealistisch. Das Unternehmen fordere ein Flächenangebot von 100 Hektar. Die Kaserne besitze 30 Hektar, der Standortübungsplatz 300. Weiterhin würden die Centerparcs bewusst nicht direkt an Autobahnen oder anderen touristischen Highlights angesiedelt, um so nicht den Umsatz in den Parcs zu gefährden. Überdies seien im relevanten Einzugsbereich von drei Stunden Städte wie Hannover, Bonn oder Hamburg mit viel Kundenpotenzial angesiedelt, so Trütken.

Konversionsbeauftragter Peter Selter beurteilt die Chancen deutlich skeptischer. Zwar lägen große Städte im Einzugsbereich, aber auch Centerparcs. “De Huttenheugte” in den Niederlanden sei von Fürstenau per Pkw eineinhalb Stunde entfernt, “Butjadinger Küste” zwei Stunden. Da sei es fraglich, ob sich ein Parc rechne. Überdies erwarte das Unternehmen ein Gutachten zu den Fördermöglichkeiten. Franz-Josef Sickelmann, Leiter der Regierungsvertretung in Oldenburg, habe hierzu bei einer Besichtigung der Pommernkaserne erklärt, dass er hierfür keine Erfolgsaussichten sehe. “Wir sollten uns davor hüten, die Bürger mit Ideen zu irritieren, die Euphorie verbreiten, aber keine Substanz für Lösungen haben”, betont Selter. Gleichwohl seien touristische Nutzungen interessant. Ende März werde Günter Droste, Geschäftsführer beim Tourismusverband Osnabrücker Land, vor Ort sein, um über Möglichkeiten zu sprechen. Überdies sei der nächste “Runde Tisch” in Vorbereitung, um alle Ideen abzuwägen – vom Centerparc über eine Motocross-Strecke bis hin zu einer Playmobil-Welt. Zumindest an Ideen mangele es nicht, so Peter Selter.