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Schwagstorf. Die Grundschule Schwagstorf steht auf der Prioritätenliste der Samtgemeinde Fürstenau an erster Stelle. Aus diesem Grund haben sich die Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Schwagstorf zu einem Besuch in der Grundschule angemeldet, um sich an Ort und Stelle über die personelle und räumliche Situation zu informieren.

„Unser Interesse liegt darin, dass die Grundschule weiter geerdet wird in Schwagstorf, dass die gute Arbeit fortgesetzt werden kann und entsprechende Grundlagen dafür geschaffen werden“, so der Vorsitzende Hermann Winter. „Uns ist es wichtig, dass wir uns eingehend informieren“, ergänzt der stellvertretende Bürgermeister Heinz Santel.

Sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Monika Sander stellte diese zunächst die personelle und räumliche Situation an der Grundschule vor. 62 Schüler verteilen sich auf vier Klassen in vier Klassenräumen. Davon haben sieben Schüler sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf. Zudem nehmen in den Klassen die Schüler mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten und Aufmerksamkeitsstörungen immer mehr zu. Gab es vor sechs Jahren fünf Lehrkräfte, müssen sich heute bis zu 13 Personen das kleine Lehrerzimmer teilen. Dazu gehören zwei Förderschullehrkräfte, zwei pädagogische Mitarbeiterinnen, eine Schulbegleiterin sowie Studenten, die hier ein Praktikum absolvieren.

Räumliche Kapazitäten reichen nicht aus

Ferner ging die Schulleiterin auf die Fragen ein: Was bedeutet Inklusion? Welche Förderbedarfe gibt es? Wie geht es den Kindern in der Schule? „Die Förderschullehrkräfte sind mit neun Stunden in unserer Schule eingesetzt, um uns zu unterstützen, obwohl wir Anspruch auf 13 Stunden haben“, so Sander. Inzwischen müsse sie die Aufnahme von Schülern außerhalb des Einzugsbereiches ablehnen, da die räumlichen Kapazitäten nicht ausreichten.

Keine Rückzugmöglichkeiten gegeben

Zu der Schülerschaft gehören Kinder mit Lernbehinderungen, Schüler mit einem Förderbedarf in geistiger Entwicklung, Kinder mit dem Förderbedarf Sprache und mit körperlich-motorischen Behinderungen, Schüler mit Hör- und Sehbehinderungen und sozial-emotionalen Auffälligkeiten. „Sie alle können die Regelschule besuchen und wir versuchen, allen gerecht zu werden.“ Klassen mit Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf brauchen oft einen Ausweich- oder Ruheraum, in den sich zum Beispiel Schüler mit sozial-emotionalen Störungen zeitweise zurückziehen können. Diese Möglichkeit ist in der Grundschule zur Zeit nicht gegeben.
Problem beschränkt sich nicht auf Schwagstorf

„In meiner vierten Klasse sind 19 Schüler, von denen elf ständig meine besondere Aufmerksamkeit brauchen, da sie Unterstützungsbedarf in verschiedenen Bereichen haben. Die Leistungsspanne im Mathematikunterricht reicht im Rechnen von 100 bis zu einer Million“, führt die Schulleiterin aus. Im Idealfall müsste es einen Ausweichraum geben, in dem die Förderschullehrkraft die Schüler mit einem Förderbedarf beschulen kann, damit der Rest der Klasse nicht abgelenkt wird. Doch diese zusätzlichen Räume fehlen. „Die personelle Besetzung und das Raumproblem ist nicht nur ein Thema in der Grundschule Schwagstorf, sondern betrifft zur Zeit alle Grundschulen in der Samtgemeinde Fürstenau“, betont die Schulleiterin.

„Die Schüler achten aufeinander und helfen sich gegenseitig“
Schulleiterin Monika Sander

„Ein Vorteil der kleinen Schule ist die Möglichkeit der kollegialen Beratung und Absprachen auf kurzen Wegen“, so Monika Sander. „Die Schüler haben ein sehr gutes Sozialgefüge, achten aufeinander und helfen sich gegenseitig.“ Das sei eben auch ein Grundgedanke der Inklusion. Die Schulleiterin lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und den weiterführenden Schulen. Auch die kurzen Wege und die dörflichen Strukturen mit dem lebendigen Vereinsleben seien vorteilhaft.

Turnhalle für Sportunterricht nicht ausgerichtet

Im Anschluss an das Gespräch schloss sich eine Besichtigung des Schulgebäudes und der Turnhalle an, die für den Sportunterricht nach den Vorgaben der Niedersächsischen Landesschulbehörde nicht ausgerichtet ist und auch keine getrennten Umkleidekabinen für Mädchen und Jungen hat.