Bürger positiv eingestellt

15.06.2005

Bürger positiv eingestellt
Bippen/Fürstenau
Seit Jahresbeginn stehen in den Bippener Ortsteilen Vechtel und Hartlage zwölf Windräder und produzieren Strom. Im Vorfeld hatte es heftige Diskussionen gegeben. Eine Klasse der IGS Fürstenau ermittelte im Rahmen einer Umfrage mehrheitlich positive Einstellungen der Bevölkerung zum Thema Windenergie.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9/7 bearbeiteten im Fach Gesellschaftslehre das Thema “Klimawandel” und stießen dabei auch auf das Stichwort “Alternative Energien”. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler wohnt in Bippen, und so war es nahe liegend, die dort neu aufgestellten Windräder zum Anlass für die nächsten Arbeitsschritte zu nehmen.
Ein Zeitungsartikel im Bersenbrücker Kreisblatt über eine Bürgerinitiative gegen die neuen Anlagen und ein Leserbrief eines Befürworters wurden ebenso intensiv analysiert wie allgemeine Informationen darüber. In mehreren Schritten entstand dann ein Fragebogen.
Die Befragung nahmen die Schüler vor einigen Wochen in verschiedenen Orten der Samtgemeinden Artland, Bersenbrück und Fürstenau vor. Insgesamt 190 Personen waren bereit, 23 Fragen zu beantworten. Die Klasse fasste die Ergebnisse anschließend zusammen.
Hier die Ergebnisse zu ausgewählten Fragen: 68 Prozent sahen ein Problem in der globalen Erwärmung. 71 Prozent bejahten, dass die Stromerzeugung in herkömmlichen Kraftwerken einen Beitrag zur globalen Erwärmung leistet. 76 Prozent sahen im Betrieb von Kernkraftwerken ein Problem. 90 Prozent der Befragten waren dafür, die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind zu verstärken. 69 Prozent befürworteten die Errichtung von Windenergieanlagen. Ein Fünftel aller Interviewten fühlten sich durch die Anlagen gestört.
Von den 38 Personen, die sich von den Windenergieanlagen gestört fühlten, nannten 30 die ständigen Bewegungen der Anlagen als am stärksten störend. Darauf folgten Anblick, Geräusche und Schattenbildung der Windkraftanlagen. Ein Schüler, der in der Nähe einer Anlage wohnt, berichtete, dass er in manchen Nächten diese deutlich hören könne. Viele der Personen, in deren Nachbarschaft die neuen Anlagen errichtet wurden, teilten mit, sich nach einiger Zeit an gewisse Störfaktoren gewöhnt zu haben.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Bevölkerung, wenn man die Befragten als repräsentative Stichprobe betrachten kann, der alternativen Energiegewinnung sehr aufgeschlossen gegenübersteht.