Blitzeblanke Spaten schmutzig gemacht

06.07.2008

Spatenstich an der K159
Von Jürgen Ackmann
Fürstenau/ Bippen/ Badbergen.
Mit ein paar Minuten Verspätung trudelte der Reisebus auf den Hof von Wilhelm Röthker-Bruns ein. Ein stattliche Schar von Kreistagsabgeordneten und Verwaltungsexperten stieg aus und überquerte voll Tatendrang die K 117. Die symbolischen Spatenstiche für ein Millionen-Projekt standen auf der Agenda – so etwas gibt es im kleinen Dalum zwischen Melken und Mähen nicht alle Tage.

Viele der Mitglieder des Ausschusses für Planen und Bauen, die aus allen Orten des Landkreises kommen, dürften zum ersten Mal Dalumer Landluft geschnuppert haben. Sie taten es gern, zumal es nur Gutes zu erledigen gab. So scharte sich die Reisegruppe fix um das frisch aufgestellte Bauschild des Landkreises Osnabrück, während „Verkehrsdezernent“ Dr. Winfried Wilkens und der Ausschussvorsitzende Alfons Bertke sowie Samtgemeindebürgermeister Peter Selter, Bippens Bürgermeister Helmut Tolsdorf und der Fürstenauer Amtskollege Herbert Gans als Gäste die blitzeblank geputzten Spaten schmutzig machen durften. Es war eine helle Freude.

Worum es genau geht? Ganz einfach. Die 117 soll sich endlich den Namen Kreisstraße verdienen. Deshalb wird die holprige Piste nun zwischen Fürstenau und Dalum saniert und von 4,50 Meter auf sechs Meter verbreitert. Damit nicht genug: Es wird zukünftig auch einen durchgehenden Radweg von Fürstenau nach Bippen gehen. Ein „Lückenschluss“, über den sich alle in der Samtgemeinde Fürstenau freuen – auch mit Blick auf die touristische Zukunft in der Region.

Das Ganze wird natürlich nicht völlig ohne Unannehmlichkeiten über die Bühne gehen. Zeitweilig wird es möglicherweise von Bippen aus eine Umleitung durch die Maiburg und Schwagstorf nach Fürstenau geben. Details stehen aber noch nicht fest, wie Jürgen Schwietert vom zuständigen Fachdienst des Landkreises gestern beim Ortstermin sagte. Klar ist hingegen, dass die Bauarbeiter noch in den Sommerferien anrücken, um alle Pläne umzusetzen.

Bevor der Ausschuss seine Sommertour fortsetzte – über Dalvers, Klein Mimmelage sollte es schließlich nach Badbergen zur Sitzung ins Restaurant „Elting-Bußmeyer“ gehen – da gab es noch Kaffee und Kuchen bei Wilhelm Röthker-Bruns. Der hatte nämlich noch was anderes zu feiern: den 70. Geburtstag seiner Mutter. Und da wird in Dalum mit Speis und Trank nicht gegeizt.

So gerüstet, ließ es sich anschließend natürlich viel leichter über den Zustand der Kreisstraßen und Radwege im Osnabrücker Land diskutieren. Denn darum ging es bei dieser Sommertour vor allem – sich einmal direkt vor Ort ein Bild zu machen. So können die Kreispolitiker in den Sitzungen am Schölerberg später leichter ihre „Prioritäten“ setzen – ein Fremdwort, dass in Zeiten fehlenden Geldes längst einen festen Platz im Behörden- und Politikervokabular gefunden hat.

Umso mehr können sich jetzt die Bippener und Fürstenauer freuen, dass sie zum Zuge gekommen sind. Und wohl auch die Grafelder. Jedenfalls stellte der Landkreis gestern in der Sitzung in Badbergen die Pläne für die Sanierung K 159 bis zur emsländischen Grenze vor.