Bevölkerungsprognose: 2016 bis 2035 – Der Landkreis Osnabrück wächst stärker als erwartet

06.01.2018

NOZ

sph/jcf Osnabrück. Der Landkreis wächst: In ihrer aktuellen Bevölkerungsprognose bis 2035 geht die Kreisverwaltung von einem Anstieg der Einwohnerzahl auf mehr als 360000 Menschen aus. Das prognostizierte Wachstum verteilt sich räumlich jedoch höchst unterschiedlich.

Auch wenn der Bevölkerungsrückgang in Deutschland langfristig vor dem Landkreis nicht Halt machen dürfte, geht die Kreisverwaltung momentan von einer steigenden Bevölkerungszahl in den kommenden Jahren aus. Das ist ein zentrales Ergebnis des Datenspiegels, den der Landkreis veröffentlicht hat. Demnach rechnen die Statistiker im Kreishaus mit einem kurzfristigen Anstieg von 358574 (am Stichtag 31.12.2016) auf 361600 Personen im Jahr 2020. Danach verlangsamt sich der Zuwachs bei den Einwohnerzahlen deutlich, heißt es im Ergebnisteil des Datenspiegels.

Bis 2035 soll die Einwohnerzahl des Landkreises dann auf rund 362700 ansteigen. Noch vor einem Jahr sah die Prognose allerdings anders aus: In der vorangegangenen Bevölkerungsprognose (2015 bis 2035), dessen Zahlenbasis vom 31.12.2015 herrührte, gingen die Autoren noch von einem langfristigen Bevölkerungsrückgang aus. Bis zum Jahr 2035 sollte sich die Zahl der Einwohner auf 356100 verringern. Woher kommt die Trendwende? Nach Angaben des Landkreises sorgen vor allem die zu erwartenden Wanderungsüberschüsse für veränderte Bedingungen. Konkret heißt das: Die Zuzüge werden gegenüber den Fortzügen zahlenmäßig überwiegen. Aber auch die gestiegenen Geburtenzahlen sind Grund dafür, dass die Ergebnisse der aktuellen Bevölkerungsprognose tendenziell höher ausfallen als die der bisherigen Prognose.

Der Landkreis prognostiziert auch für die Zukunft stabile und eventuell sogar noch steigende Geburtenzahlen, da die für die Geburtenzahlen relevante Gruppe der 20- bis Mitte 30-jährigen Frauen in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Verschiebungen gibt es außerdem in der Altersstruktur: Weil ein Großteil der zuwandernden Personen eher jüngeren Alters ist, hat der Landkreis seine aktuelle Prognose für jüngere Personengruppen angehoben. Ein Blick auf die einzelnen Altersgruppen zeigt, dass die Gruppe der Kinder bis zu einem Alter von zehn Jahren in den kommenden Jahren größer wird. Ein Rückgang wird es allerdings bei den Kindern im Sekundarbereich geben, deren Zahl von aktuell knapp 32000 auf etwas mehr als 27000 im Jahr 2035 sinken wird. Einen starken Rückgang wird die Gruppe der älteren Erwerbstätigen (zwischen 40 und 65 Jahre) erleben. Waren es am Stichtag 31.12.2016 noch rund 133000 Personen, werden für 2035 noch knapp 108000 vorausgesagt. Gleichzeitig wächst die Zahl der Rentner von 50000 auf mehr als 75000 am Ende des Prognosezeitraums.

Attraktiver Nordkreis

Große Unterschiede offenbart der Datenspiegel bei der Betrachtung einzelner Kommunen. So wird vor allem für die Samtgemeinden im Osnabrücker Nordkreis ein teilweise erhebliches Bevölkerungswachstum vorausgesagt. Die Statistiker prognostizieren beispielsweise für die Samtgemeinde Bersenbrück einen Bevölkerungsanstieg von satten 12,5 Prozent. Die bisherige Prognose ging von 2015 bis 2035 noch von einem Zuwachs von 11,1 Prozent aus. Aber nicht nur Bersenbrück, auch die anderen Samtgemeinden im Nordkreis werden der Prognose zufolge zunehmend attraktiver: Besonders die Samtgemeinde Fürstenau entwickelt sich demnach überraschend positiv. Während die Vorjahresprognose noch davon ausging, dass die Samtgemeinde bis 2035 um 2,8 Prozent schrumpft, geht sie nun von einem Wachstum um 3,8 Prozent aus. Die Samtgemeinde Artland wächst mit 7,2 Prozent immerhin um 0,4 Prozent stärker als bislang erwartet. Damit sind die beiden kreisweit stärksten Wachstumsraten im Nordkreis. Danach folgen die Südkreis-Kommunen Dissen und Bad Rothenfelde mit einem prognostizierten Wachstum von jeweils 4,9 Prozent. Allerdings war die Vorjahresprognose für Bad Rothenfelde noch von einem Wachstum um 12,5 Prozent bis 2035 ausgegangen. Für Dissen hingegen war in der Statistik von 2015 bis 2035 noch ein Minus von 0,9 Prozent vorhergesagt worden, während nun 4,9 Prozent mehr Einwohner bis 2035 erwartet werden.

Auch Hilter entwickelt sich mit einer um 4,3 Prozent gestiegenen Einwohnerzahl nach der aktuellen Prognose viel stärker als noch in der Vorjahresstatistik angenommen, die noch ein Minus von 0,2 Prozent angenommen hatte.

Als Verlierer der Entwicklung kristallisieren sich einige Kommunen im Osnabrücker Speckgürtel heraus. Der Landkreis rechnet in Georgsmarienhütte mit einem Bevölkerungsrückgang um 5,2 Prozent, in Wallenhorst um 3,9 Prozent, in Hasbergen und in Bissendorf um 3,1 Prozent und in Hagen sowie in Belm um 2,5 Prozent. Im Vorjahr war für Georgsmarienhütte (-8,3 Prozent), Hagen (-7,1 Prozent) und Wallenhorst (-7,0 Prozent) noch ein größerer Bevölkerungsrückgang bis 2035 erwartet worden als aktuell angenommen.

Die Stadt Osnabrück hingegen wächst: Das geht aus einer eigenen Bevölkerungsprognose der Stadt Osnabrück (2017 bis 2030) hervor. Bis 2030 gehen die Statistiker der Stadt von einem Bevölkerungswachstum von 2,72 Prozent aus.