Berger Krippe: Im Januar fällt die Entscheidung

14.12.2011

Berge. Wo wird 2012 die Berger Krippe gebaut? Und wer übernimmt die Trägerschaft? Zwei Fragen, die der Berger Rat im Januar beantworten will und muss, damit anschließend der Samtgemeinderat sein Votum abgeben kann. Schließlich sollen zum 1. Januar 2013 die ersten Kinder Einzug halten.

In den zurückliegenden Monaten hat es viele Gespräche gegeben. Die beiden potenziellen Träger – die evangelische und die katholische Kirchengemeinde – haben ihre Konzepte vorgestellt. Gemeinde und Samtgemeinde haben Standorte erörtert und diskutiert, ob ein Anbau oder ein Neubau sinnvoll ist. Auch der Landkreis war involviert.

Der Stand der Dinge: Die katholische Kirchengemeinde hat unter anderem einen Anbau an den St.-Servatius-Kindergarten vorgeschlagen und einen Betrag von 27 800 Euro als Zuschuss in Aussicht gestellt. Das Gebäude, das die Samtgemeinde im Wesentlichen mit Geld des Landes bezahlen würde, ginge in den Besitz der Kirche über. Zudem hat die Kirchengemeinde ein Grundstück an der Tempelstraße neben dem Pfarrbüro für einen Neubau angeboten. Hier gäbe es keinen Zuschuss.

Die evangelische Kirche hat ebenfalls ein Grundstück im Tausch oder über einen Erbbaurechtvertrag angeboten, und zwar am Gemeindehaus. Sie hat zudem einen Zuschuss in Höhe von 12 800 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen und des Zuweges in Aussicht gestellt. Das Gebäude würde im Besitz der Kommune bleiben.

Weiterhin gibt es noch das „Grafelder Modell“. Es sieht vor, dass ein Kindergarten mit gemischter Gruppe auf das Flachdach der Grundschule gesetzt wird. Schließlich steht noch ein Grundstück neben der Tierarztpraxis Jütter zur Debatte.

Alle Varianten wird die Gemeinde unter mehreren Prämissen betrachten. Zwei von vielen Fragen: Ist bei Bedarf eine Erweiterung der Krippe um eine zweite Gruppe möglich? Welche pädagogischen und personellen Angebote können die Träger machen?

Alle Fragen will der Rat im Januar noch einmal vertiefend ausloten. Zu diesem Zweck ist eine Besichtigung der Standorte geplant. Auch soll es weitere Gespräche mit den möglichen Trägern geben. Als ausgewiesener Fachmann wird außerdem Helmut Tolsdorf aus Bippen hinzugezogen, der bei der Stadt Osnabrück für Kindergärten und Krippen zuständig ist sowie in entsprechenden Gremien auf Landesebene mitarbeitet.

Klar ist derzeit, dass auf dem Grundstück an der Tempelstraße eine Erweiterung der Krippe nicht möglich ist. Bei einem Anbau am katholischen Kindergarten wäre eine Erweiterung um eine zweite Krippengruppe ebenfalls nicht unproblematisch, da die festgelegten Baugrenzen dort überschritten werden müssten. Darauf hat der Landkreis mit Blick auf die angrenzende Wohnbebauung hingewiesen. Beim Grundstück am evangelischen Gemeindehaus sowie bei der Tierarztpraxis wäre eine Erweiterung kein Problem. Alle baulichen Optionen haben Samtgemeinde und Gemeinde bereits im Vorfeld zusammen mit dem Landkreis Osnabrück auf ihre Genehmigungsfähigkeit hin überprüft.

Auch finanziell gibt es Unterschiede. Ein Anbau am St.-Servatius-Kindergarten würde nach ersten Berechnungen rund 306500 Euro kosten. Einen Neubau einer eingruppigen Krippe beim evangelischen Gemeindehaus oder neben der Tierarztpraxis mit der Option, sie zu erweitern, veranschlagen die Fachleute mit 366000 Euro. Die Erweiterung selbst schlüge aber „nur“ noch mit 157000 Euro zu Buche.

Die Baukosten für das Grafelder Modell sind mit 482000 Euro angegeben. Hier muss die Gemeinde aber noch prüfen, auf welcher Grundlage die Berechnung erfolgt ist. Möglicherweise verringern sich die Kosten noch. Gleichwohl ist es so, das bei einer Aufstockung eine neue Decke einzogen werden muss. Auch sind im Gebäude ein neues Treppenhaus sowie ein Fluchtweg über eine Außentreppe notwendig.

Am Ende wird es um die Abwägung aller Vor- und Nachteile gehen. Und die hat bereits begonnen. So erklärte Burkhard Hömme in der jüngsten Sitzung des Rates, dass die CDU die Option eines Anbaus an den katholischen Kindergarten favorisiere. Diese Variante biete zum einen strukturelle Vorteile. Durch die Bündelung der Angebote an einem Ort werde „Kindertourismus“ in Berge vermieden. Zum anderen sei die Variante kostengünstiger als ein Neubau. Überdies verfüge der katholische Kindergarten über ein gutes pädagogisches Angebot.

Für die SPD erklärte Helmut Kamp, dass er überrascht sei, dass die CDU sich offenbar schon festgelegt habe, obwohl doch im Januar noch Gespräche erfolgen sollten. Uwe Moormann ergänzte zudem, dass die Bündelung der Angebote durchaus Probleme aufwerfe. Schon jetzt sei die Verkehrssituation am katholischen Kindergarten schwierig. Zudem gebe es bauliche Einschränkungen.

Kurzum: Es gibt noch viel zu diskutieren.