Aus Kaserne wird Ferienpark

22.04.2008

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ja Gronau/Fürstenau.
Gronau liegt zwar 75 Kilometer von Fürstenau entfernt. Dennoch verbindet die beiden Orte ein Kaufvertrag: Den unterzeichnete gestern um 18.20 Uhr eine niederländische Investorengruppe bei einem Notar in Gronau und erwarb damit die Pommernkaserne in Fürstenau. Auf 330 Hektar soll ein Ferienpark entstehen. Mindestens 80 Millionen Euro wollen die Kaufleute investieren, 600 Arbeitsplätze sind geplant.

Weites Land: Auf dem 330 Hektar großen Kasernen-Gelände – rot umrandet – gibt es viel touristischen Spielraum.
Weites Land: Auf dem 330 Hektar großen Kasernen-Gelände – rot umrandet – gibt es viel touristischen Spielraum.
In Fürstenau war die Freude gestern Abend riesengroß. Vor allem Samtgemeindebürgermeister Peter Selter war erleichtert. Er hat in den vergangenen Monaten alles dafür getan, um die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin der Kaserne und die niederländischen Kaufleute an den Verhandlungstisch zu bringen. Nach Jahren der Hiobsbotschaften böten sich nun hervorragende wirtschaftliche Perspektiven, nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region. Gleichwohl werde er erst ganz zufrieden sein, wenn der erste Arbeitsplatz besetzt sei, sagte Peter Selter nach der Vertragsunterzeichnung.

Das Konzept vom Ferienpark Fürstenau hat die Investorengruppe – Gesellschafter sind Jan Boomkamp, Hans Lesscher und Peter van Merksteijn – bereits im Fürstenauer Rat in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt. Nicht als pfundschweres Exposé zum Durchlesen, sondern gleich als werbewirksamen, von TV-Profis gedrehten Film. Darin stellen sich die drei Geschäftsleute als Macher vor, verweisen auf ihre Referenzen und präsentieren ihre Idee vom Ferienpark mit allen Schikanen.

Das Trio hat bereits Erfahrungen mit der Entwicklung von Messe-Einrichtungen und Ferienparks gesammelt – beispielsweise in der Toskana. In Fürstenau planen die drei Geschäftsleute nun laut erstem Konzept rund 350 Ferienwohnungen mit vielen Sport- und Wellnessangeboten – darunter einen 18-Loch-Golfplatz. Auch ein großes Bad nebst Hotel, Kongresshalle und Einkaufszentrum für die Gäste ist vorgesehen. Ebenfalls angedacht sind Unterhaltungsangebote wie ein Casino oder eine Schießsportschule. Wie und was genau realisiert werden kann, wird sich möglicherweise recht bald klären. Am Wochenende war bereits eine Architektin der Investorengruppe zur Inspektion in der Kaserne.

Sehr viel Zeit werden die Planer nicht haben: Eine Teileröffnung des Ferienparks ist bereits für 2010 geplant – vorausgesetzt, die zuständigen Behörden spielen mit und genehmigen die Pläne der Niederländer. Bis 2015 möchten die Investoren das Projekt komplett abschließen. In der Investitionsphase rechnen die Geschäftsleute mit 600 Arbeitsplätzen, die Zahl könne aber noch steigen, heißt es.

Ach ja: Entstanden ist der Kontakt zur Investorengruppe übrigens – wie so oft im Leben – zufällig. Hartmut Weusmann aus Bad Bentheim wollte in Fürstenau eine Immobilie verkaufen und stieß bei einem Besuch im Büro des Bürgermeisters auf ein Luftbild von der Kaserne. Er bot Vermarktungshilfe an, nutzte seine Kontakte in die Niederlande und brachte die Investorengruppe ins Gespräch – mit Erfolg.