98,3 Prozent für Grafelderin – Fürstenau: Ann Oldiges Bürgermeisterkandidatin

06.11.2013

NOZ 06.11.2013

Fürstenau.„Jetzt bitte ich darum, die Stimmzettel zu verteilen.“ Gewohnt souverän führte Reinhard Freiherr von Schorlemer am Dienstagabend als Wahlleiter durch die wichtigste Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Fürstenau in den vergangenen Jahren. Um 21.30 Uhr hatte er im Hotel Stratmann in Fürstenau seine Arbeit getan. Ann Oldiges, die Polizeirätin aus Grafeld, war zur Kandidatin für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters gewählt worden. 98,3 Prozent der Stimmen hatte sie bekommen. Und viel Applaus.

Begonnen hatte das Wahlprozedere um 20.35 Uhr mit einleitenden Worten des CDU-Vorsitzenden Friedhelm Spree. Der hatte zunächst darauf hingewiesen, dass sich die beiden Gruppen im Samtgemeinderat darauf verständigt hätten, dass die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister nach Möglichkeit am 25. Mai – also parallel zur Europawahl – über die Bühne gehe solle. Weiterhin hatte er vorgeschlagen, dass Reinhard von Schorlemer die Wahlleitung für die Kandidatenkür innehaben solle. Auch ein Vorablob für Ann Oldiges hielt er bereit. Die CDU habe eine Kandidatin gesucht, die über Durchsetzungsvermögen verfüge, die Personalerfahrungen habe, die kommunikatives Geschick besitze und die aus den eigenen Reihen komme – all das treffe auf die Grafelderin zu. Punkt.

Dann war Ann Oldiges an der Reihe. 43 Jahre alt sei sie, in den USA geboren, mit ihren Eltern im Alter von sechs Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Dort habe die Familie, die eigentlich aus dem Emsland komme, einen landwirtschaftlichen Betrieb gesucht und ihn schließlich in Grafeld gefunden. „Ich bin froh, dass es so gekommen ist“, erklärt Ann Oldiges. Die 63 CDU-Mitglieder glauben es ihr gerne.

Geschafft: Ann Oldiges bedankte sich für das Vertrauen der CDU-Mitglieder. Foto: Jürgen Ackmann

Geschafft: Ann Oldiges bedankte sich für das Vertrauen der CDU-Mitglieder. Foto: Jürgen Ackmann

Auch erzählt sie über ihren beruflichen Werdegang, über die Schulzeit am Gymnasium Leoninum und über die beruflichen Anfänge bei der Polizei – unter anderem mit Stationen in Wuppertal, in Münster, in Cloppenburg, in Emden und schließlich in Bramsche, wo sie heute das Polizeikommissariat mit 100 Mitarbeitern leitet.

Wichtig ist ihr zudem die Feststellung, dass ihre Kandidatur keine Entscheidung gegen die Polizei sei, sondern eine für die Samtgemeinde Fürstenau. Das sei ihre Heimat, hier sei sie engagiert, hier wolle sie die Chance nutzen, die Zukunft der Kommune in verantwortlicher Position mitzugestalten. Dabei setze sie vor allem auf einen Dreiklang, der aus Transparenz, Kommunikation und Bürgerbeteiligung bestehe. Das seien elementare Voraussetzungen für das Gelingen von politischer Arbeit.

Sodann bat Reinhard von Schorlemer eine Schar junger CDU-Mitglieder darum, doch die Stimmzettel zu verteilen. Die waren schnell. Nur Minuten später stand das Ergebnis fest. Weitere lobende Worte konnten folgen. „Die CDU hat eine richtig gute Kandidatin“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christian Calderone. Friedhelm Spree wiederum forderte in einem Schluss-Appell die Partei auf, geschlossen für die Kandidatin einzutreten. Die Ergebnisse der Bundestags- und Landtagswahl in der Samtgemeinde zeigten, dass die CDU ein großes Potenzial habe. Die Partei müsse es nutzen.