4100 Bäume im Computer

01.11.2007

Auch dieser Riese ist in den Computern der Verwaltung erfasst. Sollte er einmal schwächeln, wäre die Stadt schnell informiert und könnte handeln.
Foto: Jürgen Ackmann

4100 Bäume im Computer
ja Fürstenau.
Kräftig gewachsene Bäume am Straßenrand oder im Park sind schön anzusehen, aber manchmal auch gefährlich. Wenn zum Beispiel plötzlich ein Ast abbricht, auf ein Auto fällt oder einen Spaziergänger trifft. Damit das gar nicht erst passiert, hat die Stadt Fürstenau ein Baumkataster angelegt. Es ist in vielerlei Hinsicht nützlich.

Auch dieser Riese ist in den Computern der Verwaltung erfasst. Sollte er einmal schwächeln, wäre die Stadt schnell informiert und könnte handeln.
Foto: Jürgen Ackmann
Vor gut zwei Jahren hat die Verwaltung begonnen, “ihre” Bäume im Computer zu erfassen – versehen mit allen erdenklichen Hinweisen. Zum Beispiel zur Belaubungsdichte, ob es einen Hohlkehlverdacht gibt, einen Riss im Kronenansatz oder ob alles in bester Ordnung ist. Insgesamt 4100 Bäume haben auf diese Weise inzwischen Eingang in die PC-Welt der Stadtverwaltung gefunden. Selbst die botanischen Namen sind dort fein säuberlich vermerkt. So erfährt der neugierige Gast, dass die Schwarzerle “alnus gultinosa” heißt, die Sandbirke “Betula pendula” und die Nootka-Scheinzypresse auch auf den Namen “Chamaecypraris nootkatensis” hört – interessant zu lesen, schwer auszusprechen. Und überhaupt. Wer weiß schon, dass es in der Stadt mehr als 140 Baumarten gibt? Darunter Exemplare wie den Urwelt-Mammutbaum, die portugiesische Lorbeerkirsche, die Orientbuche oder die Krimlinde.

Diese Vielfalt sei schon überraschend, meint auch der Forstoberrat Bernhard Plaggenborg, vereidigter Sachverständiger bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er kontrolliert im Auftrag der Stadtverwaltung zweimal im Jahr alle 4100 Bäume – einmal im Frühjahr mit Laub, einmal im späten Herbst ohne Laub. Wenn er etwas entdeckt, was die Sicherheit von Bürgern gefährden könnte, gibt er seine Informationen sofort Konrad Posselt und Monika Kolosser von der Stadtverwaltung weiter. Die sorgen dann dafür, dass der Bauhof fix zur Tat schreitet.

In dem Kataster sind hauptsächlich Bäume im Stadtgebiet sowie in den Ortsteilen Schwagstorf, Hollenstede und Settrup erfasst. Hinzu kommen die Exemplare an den wichtigsten Verbindungsstraßen. Aber jetzt auch noch die Bäume an jedem Feldweg zu erfassen, dass würde zu weit führen, betonten Konrad Posselt und Monika Kolosser. Gleichwohl sehen sie die Sicherheit der Bürger gewährleistet. Darum geht es letztendlich. Und um Haftungsfragen. Kann die Kommune per Kataster nachweisen, dass sie regelmäßig fachgerecht kontrolliert, dann ist sie auch selbst rechtlich auf der sicheren Seite, wenn es doch einmal zu Schäden kommen sollte. Auch in sofern lohnt sich die Investition in das Kataster.