26 Helfer im Einsatz – Corona-Folgen spürbar: Fürstenauer Tafel versorgt mehr Kunden

30.04.2021

Noz Liesel Hövermann

Fürstenau. Die Zahl der Kunden der Fürstenauer Tafel steigt. Bis zu 70 Körbe mit Lebensmitteln packen die 26 ehrenamtlichen Helfer pro Woche inzwischen. Tendenz steigend.

Arbeitslosigkeit, zu kleine Rente, neuerdings die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona – es gibt viele Gründe, die zu sozialer Not führen, die Folgen der Corona-Pandemie gehören ganz sicher dazu. Davon ist Helga Lübke, Leiterin der Fürstenauer Tafel, überzeugt. „Zu uns kommen mittlerweile alle zwei Wochen neue Kunden, viele Familien mit Kindern sind dabei“, erklärt sie. Für die Menschen sei der Gang zur Tafel ein wichtiger Baustein in der Grundversorgung mit Lebensmitteln.

Die Kunden kommen wöchentlich zur Tafel, die 2019 vom St. Reginen-Stift an die Osnabrücker Straße 10 umgezogen ist. Dort erhalten sie gegen kleines Geld die Inhalte der vorbereiteten Körbe mit Lebensmitteln. Mit 26 Freiwilligen bereitet Helga Lübke die Körbe vor, die neben haltbarer Ware wie Nudeln, Kaffee und Keksen auch mit frischem Obst, Gemüse und Milchprodukten sowie Aufschnitt und Käse aus der Kühlung bestückt werden. Während Obst und Kühlprodukte erst kurz vor der Ausgabe in die Körbe gelegt werden, können die haltbaren Waren schon vorher gepackt werden.

Akute Not lindern

Bis zu 70 Körbe sind das, manchmal muss am Ausgabetag noch nachgepackt werden, wenn der Kundenandrang größer ist, erläutert die Leiterin der Tafel „Obwohl es grundsätzlich traurig ist, dass es die Tafel geben muss, ist es doch gut, dass es sie gibt und dadurch akute Not gelindert werden kann“, erklärt Fürstenaus Bürgermeisterin  Manuela Nestroy, die sich regelmäßig über das Geschehen in der Einrichtung informiert. Sie ist mit Dirk Imke, dem Bürgermeisterkandidaten der CDU vorbeigekommen, der sich ein Bild vor Ort machen will. Beide helfen beim Packen.

Nach dem Verteilen am Ausgabetag werden die Körbe gründlich desinfiziert, die Ausgabe selbst findet unter entsprechenden Hygieneregeln seit Monaten nur noch draußen am Haus der Tafel statt.

Mit Einfühlungsvermögen und klare Ansagen

In der Regel läuft die Verteilung reibungslos ab, erklärt Helga Lübke. Zudem hätten sie und ihr Team im Laufe der Jahre eine alltagstaugliche Mischung aus Einfühlungsvermögen für persönliche Schicksale und klaren Ansagen gegenüber allzu forsch fordernden Kunden entwickelt, fügt sie hinzu. Dass sie die netteste Tafel im Umkreis seien, bekämen sie immer wieder von Kunden zu hören. Das sei doch eine positive Rückmeldung, stellt die Tafelleiterin fest.

Schwieriger sei es aber mittlerweile, Ware zu bekommen, so Helga Lübke. Dabei ginge es der Fürstenauer Tafel teils noch deutlich besser als anderen, weiß sie aus dem regelmäßigen Austausch mit Tafeln im Landkreis und im benachbarten Emsland.

Weniger Ware von den Geschäften

Seit Jahresbeginn bekämen sie weniger Ware, obwohl die neun Fahrer der Tafel nach wie vor regelmäßig in den Orten rund um Fürstenau die bekannten Geschäfte und anderen Stellen anführen, um dort Lebensmittel zu holen. Vielleicht liege es daran, dass jetzt in den Haushalten durch Homeoffice, geschlossene Schulen und Kitas mehr gekocht werde und deshalb weniger Ware übrigbleibe, mutmaßt Lübke.

Neben den Waren bekommt die Tafel aber auch immer wieder Spenden oder es gibt Geschenkaktionen wie von der Meurer-Stiftung. Manchmal liegt auch einfach so ein Umschlag mit Geld im Briefkasten, erzählt Helga Lübke weiter. Das Geld werde dringend gebraucht. Zwar arbeiteten die Mitarbeitenden der Tafel ehrenamtlich, aber es gebe auch Ausgaben wie beispielsweise den Sprit für das Fahrzeug, mit dem die Waren transportiert werden. Auch von Manuela Nestroy und Dirk Imke gibt es finanzielle Hilfe – Sitzungsgeld der CDU-Fraktion.

Umstellung auf Computer

Um die Abläufe in der Logistik und bei den Ausgaben künftig noch besser zu strukturieren, wird das Karteikartensystem übrigens auf ein praktisches Computersystem umgestellt, berichtet Helga Lübke über die nächsten Pläne.

Die Tafel in Fürstenau ist jeweils dienstags und donnerstags zwischen 9 und 11 Uhr für Anfragen geöffnet, telefonisch ist sie unter 05901/3678 erreichbar.