25 Prozent der Ladenlokale stehen leer

17.10.2007

25 Prozent der Ladenlokale stehen leer
Von Jürgen Ackmann
Fürstenau.
Der “Handlungsdruck” in der Fürstenauer Innenstadt ist spürbar. Mehr als 25 Prozent der Ladenlokale stehen derzeit leer oder werden in Kürze frei. Eine erschreckende Zahl. Damit sie nicht noch erschreckender wird, schnürt die Stadt derzeit ein Handlungspaket. Zutaten dafür müssen und sollen auch die Bürger der Stadt liefern.

Wie dieses Handlungspaket aussehen könnte, beriet der Wirtschaftsförderungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Auf dem Tisch lag bereits eine Reihe von konkreten Aktionsvorschlägen, die umgesetzt werden müssten, um die Innenstadt wieder attraktiver zu machen. Dazu gehört unter anderem, dass eine aussagekräftige und vernünftige Beschilderung her muss, um zum Beispiel von der B214 auswärtige Besucher überhaupt auf den Stadtkern mit seinem Schloss hinzuweisen. Dazu gehört aber zum Beispiel auch eine Aufwertung des Eckgrundstückes an der B214/Burgstraße oder das “Sichtbarmachen” des Schlosses aus größerer Entfernung. Zurzeit verbirgt es sich hinter Bäumen und Sträuchern.

Weiterhin müssen die Fürstenauer an ihrer Innenstadt feilen. Moderne Schaufenster müssen her, vernünftige Überdachungen, eine bessere Beleuchtung der Fassaden. Auch die sogenannte “Möblierung” der Großen Straße ist verbesserungsbedürftig – angefangen von Blumenkübeln bis hin zu einer Vereinheitlichung von Abgrenzungen. Weiterhin ist eine stärkere Verknüpfung der Schwedenstraße mit der Großen Straße sinnvoll sowie ein Ausbau der Außengastronomie.

Diese Liste, die die Ingenieurplanung Wallenhorst aufgestellt hat, ließe sich noch lange fortsetzen. Sie belegt aber eines: Es gibt viel zu tun in der Innenstadt – auch deshalb, weil im nächsten Jahr an der B214 das neue Einkaufszentrum eröffnen wird. Auch deshalb, weil in Zukunft die Kaufkraft der Bundeswehr fehlen wird. Auf 3,8 Millionen Euro wird der Verlust pro Jahr beziffert. Wieder eine erschreckende Zahl. Aber immerhin bewirken diese Eckdaten möglicherweise, dass nun aus Bestandsanalysen und schönen Plänen auch wirklich Taten werden. Manch eine Idee, die im Wirtschaftsförderungsausschuss vorgetragen worden ist, liegt nämlich schon seit vielen Jahren in der Schublade und wartet nur darauf, Realität zu werden. Entsprechend eindringlich war der Appell von Stadtdirektor Peter Selter, der von einer “historischen Chance” für Fürstenau sprach. Es gelte jetzt, Vereinbarungen zu treffen, die auch wirklich umgesetzt würden. Dazu bedürfe es der Mitwirkung aller Akteure, wie Peter Selter betonte.

Dass es einen “Handlungsdruck” gibt, weist auch die Werbegemeinschaft nicht von der Hand. So berichtete Karin Wolke-Höveler von einer Besichtigungstour der Fürstenauer Kaufleute in Quakenbrück. Dort sei viel geschehen. Die Stadt sei kaum wiederzukennen und präsentiere sich aus einem Guss. “Da wollen wir auch hin”, erklärte Karin Wolke-Höveler.

Der Weg dorthin wird allerdings noch über viele Stationen führen. Zunächst ist Anfang Dezember eine Versammlung für alle Bürger geplant, um weitere Ideen zu sammeln und um das bisher in kleinen Gruppen Erarbeitete zu präsentieren. Anfang 2008 will das Ingenieurbüro dann ein abschließendes Handlungspaket vorlegen. Dann muss die Politik das Ganze noch absegnen, bevor die eigentliche Arbeit beginnt – die Überzeugungsarbeit. Denn ohne die Eigentümer von Ladenlokalen, engagierte Bürger und Geschäftsleute wird es nicht gehen. Und schließlich: Auch das nötige Kleingeld muss her, denn alles hat seinen Preis – auch das Fitmachen der Innenstadt für die Zukunft. Ein paar Förderanträge bei Land und Bund werden da nicht reichen. Auch Privatinitiative ist gefragt.