2,4 Millionen Euro Schulden weniger

25.02.2010

ja Fürstenau/Bippen/ Berge.
So. Jetzt ist Kämmerer Paul Weymann auch noch Doktor. Er attestierte der Samtgemeinde Fürstenau, gerade eine „finanzielle Lungenentzündung“ überstanden zu haben. Gleichwohl sei die Kommune noch so geschwächt, dass jede Erkältung, jede Grippe sie wieder aus der Bahn werfen könne. Der Finanzdoktor sprach mit seiner Diagnose eine eigentlich erfreuliche Sache an: Die Samtgemeinde wird in diesem Jahr ihren Schuldenstand auf vermutlich netto 8,17 Millionen Euro senken – da lässt es sich in der Tat wieder etwas freier atmen.

Diese und weitere Zahlen stellte der Kämmerer in der jüngsten Sitzung des Finanz- und Rechnungsprüfungsausschusses vor. Zunächst aber noch einmal zu den Details der Entschuldung. Dass es der Kommune gelungen ist, ein wenig finanziell zu gesunden, liegt zum einen an den Strukturhilfen, die der Landkreis Osnabrück gewährt hat (wir berichteten), zum anderen spielt die Veräußerung des Abwasserbetriebes an den Wasserversorgungsverband Bersenbrück eine Rolle. Diese beiden Faktoren werden – neben den allgemeinen Sparbemühungen der Kommune – nun dazu führen, dass sich die langfristigen Schulden, die Anfang 2007 noch fast 10,57 Millionen Euro betrugen, auf die bereits genannten 8,17 Millionen Euro verringern. Zwar wird rein buchungstechnisch am 31. Dezember 2010 im Haushalt eine Summe von 9,5 Millionen Euro auftauchen, doch ist hier noch das Darlehen in Höhe von 1,36 Millionen Euro für den Bau der IGS-Turnhalle als Durchlaufposten im Haushalt aufgeführt. Die Erstattung des Betrages an die Samtgemeinde übernimmt zu 100 Prozent der Landkreis.

So weit, so erfreulich. Auch der Ergebnishaushalt der Samtgemeinde für 2010 kann sich sehen lassen. Er ist mit einer Summe von 11,40 Millionen Euro ausgeglichen. Die ordentlichen Erträge übersteigen die ordentlichen Aufwendungen sogar um 322400 Euro. Das wiederum hat zur Folge, dass die Samtgemeinde kein sogenanntes Haushaltssicherungskonzept beschließen muss und damit nicht einer verschärften Kontrolle durch den Landkreis unterliegt.

Das sind die positiven Aspekte. Es gibt aber auch viele negative Momente, die eben zu den vom Finanzdoktor beschriebenen Rückfällen führen könnten. So ist das Girokonto noch immer mit einem Minus von 4,4 Millionen Euro belastet. Dieser ganz spezielle Schuldenberg wird sich so schnell nicht verringern – die Finanzplanungen für die nächsten Jahre sehen den Abbau von niedrigen sechsstelligen Beträgen vor. Auch belastet trotz des Schuldenabbaues noch immer eine gewaltige Zins- und Tilgungslast den Haushalt der Kommune – jeden Tag muss die Samtgemeinde 3465 Euro aufbringen. Das sind im Jahr 1,11 Millionen Euro.