Urnengrabanlage in Bohmte wird noch 2015 angelegt

Auf dem Friedhof an der Haldemer Straße in Bohmte werden zwei Grabflächen in Urnengrabanlagen umgewandelt. Der Ortsrat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Gestaltungsentwurf zugestimmt. Zudem beschäftigte sich das Gremium mit der Erweiterung des Friedhofsareals.
Nach dem positiven Votum des Ortsrates kann nun der Verwaltungsausschuss die Aufträge für die Urnengräber vergeben. Die Erste der beiden Anlagen soll noch in diesem Jahr entstehen. Es handelt sich um eine Doppelgrabstelle in der Nähe der Trauerhalle. Mit dem zweiten Grab soll im Frühjahr 2016 begonnen werden. Diese Fläche befindet sich im Bereich des Glockenturms. Dort ist eine Urnengemeinschaftsanlage vorgesehen.
Die Vorhaben in Bohmte begleitet Heinrich Kettler, Planer der Cemterra GmbH aus Münster. Er nahm an der Ortsratssitzung teil, erläuterte nochmals das Konzept und beantwortete Fragen.
Geänderte Friedhofskultur

Warum die Umgestaltung? Die Friedhofskultur wandelt sich. Die Nachfrage nach Urnengrabanlagen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, während der Anteil der Erdbestattungen rückläufig ist. Die Ortschaft reagiert also auf das veränderte „Kundenverhalten“.
„Das Ziel ist eine Pflegefreiheit“, so Kettler. „Wer pflegt mein Grab?“. Diese Frage beschäftige viele Menschen. In Bohmte wird sich der Friedhofsgärtner um die beiden neuen Anlagen kümmern.
„Es sind keine anonymen Grabestellen“, betonte der Planer aus Münster. Das sei ein wichtiger Punkt. 19 Urnengräber haben Platz auf der ersten Fläche. Vorgesehen ist ein Pultstein, auf dem die Namen der Verstorbenen eingraviert werden. Bodendecker und eine Rahmenbepflanzung werden gesetzt. Eine Platte, auf der Blumen abgelegt werden könne, ist zudem Teil des Gestaltungskonzeptes. „Das Grab wird komplett vorab angelegt“, erläuterte Kettler. Bürger können sich die Anlage also der Fertigstellung anschauen und entscheiden, ob ei dort einen Urnenplatz erwerben möchten. Planer und Gemeinde sind sicher, dass es genügend Interessierte für die Bestattungsvariante gibt.
Hanglage auf dem Areal

Bedingt durch die Hanglage muss die künftige Urnenfläche mit einer Mauer eingefasst und stabilisiert werden. Naturstein oder Betonquader? Über die Frage hat der Ortsrat länger diskutiert. Naturstein ist natürlich teurer, sieht aber besser aus. Darin waren sich die Kommunalpolitiker einig. Am Ende fiel die Entscheidung aber für Betonquader. Aus Kostengründen und weil die Einfassungsmauer nur von außen zu sehen ist. Wer auf der Grabfläche steht, sieht die Einfassungsmauer nämlich nicht.
Genaue Angaben zu den Kosten eines Urnengrabs können heute noch nicht gemacht werden. Die Preise werden aber natürlich noch exakt ermittelt, denn die Tarife müssen ja schließlich ihren Niederschlag in der kommunalen Friedhofssatzung finden, so Bürgermeister Klaus Goedejohann.
Urnengemeinschaftsanlage

Die zweite Grabstelle – die Urnengemeinschaftsanlage – bietet Platz für 56 Urnen. Auch dieses Grab wird mit natürlich mit Bodendeckern und einer Hecke gestaltet. In der Mitte wird eine Stele installiert, auf der die Namen verzeichnet sind. „Dies ist eher eine klassische Urnengrabanlage“, so der Planer aus Münster.
Das gesamte Vorhaben wird in Bohmte übrigens von einem „Runden Tisch“, dem Vertreter der Kirchengemeinden, der Bestatter, der Politik und Verwaltung angehören, begleitet.
Die Erweiterung des Friedhofs war ebenfalls Thema der Sitzung. Die Fläche umfasst rund 20000 Quadratmeter. Größte Herausforderung ist der Ausgleich der Höhenunterscheide auf dem Erweiterungsareal. Vorgesehen sind drei Bauabschnitte, in denen das Areal in den nächste Jahren erschlossen und gestaltet werden soll.

Wittlager Kreisblatt, am 09. November 2015, Text von Rainer Westendorf, Foto von Friedrich Lüke

Der Friedhof an der Haldemer Straße in Bohmte. Foto: Friedrich Lüke

Der Friedhof an der Haldemer Straße in Bohmte. Foto: Friedrich Lüke

Schreibe einen Kommentar