Bohmte setzt Zusammenarbeit mit Kinderhaus fort

Dem einmütigen Beschluss des Bohmter Gemeinderates folgte eine Woche später die Vertragsunterzeichnung im Sitzungssaal des Rathauses. Entsprechend ist jetzt offiziell, dass die Zusammenarbeit mit dem Kinderhaus Wittlager Land in Sachen Kinder- und Jugendarbeit fortgeführt wird.

Der Vertrag gilt dreieinhalb Jahre, zuvor waren es drei gewesen. Der Grund für die veränderte Laufzeit: Sollte einmal ein Trägerwechsel erfolgen, funktioniert das deutlich besser mit dem Schuljahreswechsel. Eine Ausnahme gibt es allerdings: den Bereich der Oberschule Bohmte, wo die Laufzeit erst einmal im Juli 2015 endet. Begründet ist das durch einen Antrag der Schule im Hinblick auf die Berufsorientierung, über den in den Gremien beraten werden muss.
Bürgermeister Klaus Goedejohann unterstrich anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Die Gemeinde ist für ein durchlaufendes Konzept, das selbstverständlich die Berufsorientierung als einen Schwerpunkt hat.“ Das, was die Oberschule möchte, decke das bestehende Konzept ab. Tim Ellmer, Geschäftsführer des Kinderhauses, sagte: „Das werden wir fachlich besprechen.“
Zum Bohmter Konzept, das durch hauptamtliche Mitarbeiter des Kinderhauses Wittlage umgesetzt wird, gehören frühe präventive Hilfen (ab dem Krippenalter), die Schulsozialarbeit und die offene Jugendtreffarbeit.
„Der Kerngedanke der Jugendarbeit ist, dass alles in einer Hand liegt und durch ein Netzwerk die größtmögliche Unterstützung gegeben ist“, ergänzte Erste Gemeinderätin Sabine de Buhr-Deichsel. Entscheidend dabei sei, dass die Verantwortlichen Schüler und Eltern kennen. Schließlich werden die Mädchen und Jungen von Kindergarten und Grundschule an begleitet. Besonders wichtig sei der Übergang in die weiterführende Schule. Dort dürfe kein Bruch entstehen. Goedejohann: Es ist gut, dass das Konzept die Schnittstellen zwischen Kindergarten, Grundschule und Oberschule abdeckt.“
Weniger Jugendhilfe

Nach Ablauf des ersten Vertrags, der die Neuorientierung der Kinder- und Jugendarbeit als Basis hatte, sähen die Zahlen für Bohmte gut aus, so Goedejohann. Konkret bedeutet das, dass der Landkreis Osnabrück spürbar weniger Mittel für die Jugendhilfe im Altkreis Wittlage aufwenden muss. Demgegenüber steht ein Betrag von 300000 Euro, der in der Gemeinde Bohmte für die Jugendarbeit bereitsteht – zu zwei Dritteln von der Kommune getragen.
Ellmer verwies darauf, dass ganz viele weitere Rädchen am Netzwerk zum Wohl der Mädchen und Jungen und deren Familien mitarbeiten – angefangen vom Babybesuchsdienst. De Buhr-Deichsel: „Man schätzt sich, kennt sich und vertraut einander.“ Ann-Kathrin Bruns, zuständig für frühe präventive Hilfe, unterstrich, dass das Netzwerk sehr gut funktioniert. „Sonst könnten wir nicht erfolgreich arbeiten.“ Wechselseitige Empfehlungen gehörten zum Alltag.
Nicht fehlen durfte der Hinweis, dass positive Rückmeldungen im Hinblick auf die Jugendarbeit auch durch die Eltern erfolgen. De Buhr-Deichsel: „Keiner möchte auf die gebotene Unterstützung verzichten.“
Ellmer schilderte einen weiteren Aspekt der Arbeit. Dadurch, dass das Netzwerk unterschiedliche Einrichtungen umfasst, bietet sich die Möglichkeit weiterzuhelfen – auch wenn man selbst nicht zuständig ist. „Jeder weiß, wo man zusätzlich gucken und Unterstützung erhalten kann.“ Die Kurzzusammenfassung lautet: Das Netzwerk bietet einen Wissenspool, den sich ansonsten jeder einzeln erarbeiten müsste.

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