Kastrationspflicht für Katzen in Bohmte ab 1. Juli

Bohmte. Was geschieht jetzt? Der Bohmter Gemeinderat hat mit 16:14 Stimmen den Erlass einer Verordnung zur Katzenkastrations- und Kennzeichnungspflicht beschlossen. Sie tritt am 1. Juli 2014 in Kraft.

Dass die Kommunalpolitiker hinsichtlich einer solchen Verordnung höchst unterschiedlicher Meinung sind, belegt das Ergebnis. Das Thema „Katzen“ stand schon wiederholt auf der Tagesordnung. Noch im Februar 2012 war der Verwaltungsausschuss einstimmig der Auffassung, auf eine solche Satzung verzichten zu können. Ein anderes Mal (vor der Bundestagswahl) wurde der Tagesordnungspunkt kurzfristig abgesetzt.

Was bedeutet die Verordnung? Katzenbesitzer, die ihrer Katze die Möglichkeit gewähren, sich außerhalb der Wohnung ihres Halters frei zu bewegen, müssen diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und mittels Mikrochip oder Tätowierung kennzeichnen lassen. Einzelheiten dazu sollen Katzenhaltern durch einen Flyer vermittelt werden, der rechtzeitig vor dem Stichtag erstellt werden soll.

Der Antrag, die Katzenkastrations- und Kennzeichnungspflicht in der Gemeinde Bohmte zu beschließen, geht auf den Antrag der Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen zurück. Sprecher Themas Rehme unterstrich vor der Abstimmung: „Wir beabsichtigen, so ein Instrument in die Hand zu bekommen, wenn Missstände auftreten und sich Halter nicht um ihre Katzen kümmern.“ Das sei derzeit nicht möglich. Gleichzeitig verwies er auf Kommunen in der Umgebung – vom Landkreis Diepholz über Bramsche bis Bersenbrück –, die über eine solche Satzung verfügen. Rehme bezeichnete die Satzung als „ein Instrument für Ausnahmesituationen“. Es sei nicht gewollt, dass jede Katze kontrolliert werde. Gleichzeitig betonte er, dass der überwiegende Teil der Katzenhalter sich verantwortungsbewusst verhalte. Aber es gelte, negative Ausnahmen zur Veränderung zu motivieren. Und weiter: „Aus unserer Sicht ist das ein Beitrag zum Tierschutz.“

Ein Problem kann die beschlossene Satzung allerdings nicht lösen – das der streunenden Katzen. Darüber herrschte im Rat Einigkeit. Die „Streuner“, so Norbert Kroboth, Sprecher der Gruppe CDU/FDP, seien aber das entscheidende Problem. Alle anderen Situationen, die auftreten könnten, ließen sich seiner Meinung nach ohne eine Verordnung lösen. Er fügte hinzu: „Erst mal eine Satzung beschließen und dann sehen, was kommt. So kann es nicht gehen.“

Steffen Bach (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte dafür erst einmal den ersten Schritt zu gehen. Er bezeichnete es als Fakt, dass mehr Katzen kastriert würden, wenn es eine solche Satzung gäbe. Er ergänzte: „Ich glaube schon, dass das Problem über eine Satzung zu mindern ist. Gesetzestreue Bürger handeln.“

„Wir sind uns einig, dass es in Bohmte zu viele streunende Katzen gibt“, sagte Willi Ladner (CDU). Er sah die Schwierigkeit, wie Hinweisen aus der Bevölkerung auf nicht kastrierte Katzen nachgegangen werden sollte: „Einzelne Ehrenamtliche, die sich auf dem Sektor engagieren, können das nicht leisten.“ Er fügte hinzu, dass das mit einer „begleitenden Organisation“ (einem Tierschutzverein) anders aussehe.

Bürgermeister Klaus Goedejohann verwies darauf, dass der Beschluss der Verwaltung große Sorge bereite. Eine Verordnung sei keine Absichtserklärung, die „man nicht so ernst zu nehmen braucht“. Er fügte die Frage hinzu, warum der Landkreis Osnabrück nicht aktiv werde. Außerdem wolle sich das Land Niedersachsen des Themas „Katzen“ annehmen. Für die Gemeinde Bohmte bestehe kein Grund zur Eile. Abschließend hieß es: „Wir haben nicht die Strukturen, um die Verordnung durchzusetzen, inhaltlich kann man diskutieren.“ Die Worte mündeten in die Aufforderung: „Nehmt bitte die Bedenken der Verwaltung ernst.“

Bach antwortete: „Das tun wir.“ Zudem habe die Gruppe SPD-Bündnis 90/Die Grünen bei Kommunen, die mit einer „Katzensatzung“ arbeiteten, nachgefragt, wie die Erfahrungen aussähen. Dabei habe es die Empfehlung gegeben: „Macht das.“

An der unterschiedlichen Meinung der beiden Ratsgruppen änderte die Diskussion nichts.

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