Bürgerrundfunk in Bohmte

 

Vor vier Jahren ist das Projekt „Radiowerkstatt“ an der Haupt- und Realschule Bohmte gestartet worden. Seit Juni 2007 wird regelmäßig aus dem Studio in den Räumen der Schule gesendet – als Bestandteil des Programms von os-radio 104,8. Hat der Sender eine Zukunft?

Eine Neuregelung des Landesrundfunkgesetzes muss nämlich mit Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten. Anlass für den CDU-Gemeindeverband Bohmte, einen Termin zu den Themen Bürgerrundfunk und Medienpolitik in der Radiowerkstatt zu organisieren.

„Die Lizenz für os-radio ist auf jeden Fall bis 2014 gesichert“, sagte der Vorstandsvorsitzende Burkhard Holst. Träger des Senders ist ein Verein. os-radio ist als Bürgerrundfunk konzipiert. Was bedeutet das?

„Das Landesrundfunkgesetz gibt den Rahmen vor“, so Holst. „Es gibt zwei Säulen. Einen redaktionellen Teil, der von den haupt- und freiberuflichen Mitarbeitern gestaltet wird, und einen offenen Teil.“ Diesen Bereich gestalten Bürger – Männer und Frauen aus Osnabrück –, Schüler und verschiedene Gruppen selbst. Medienpädagogische Projekte zählen zudem zu den Aufgaben des Senders. Da kommen wieder die Schüler der Bohmter Radio AG ins Spiel. „Jüngster Beitrag ist eine Sendung über Michael Jackson“, berichtet Lehrer und AG-Leiter Frank Ahlbrink.

Hinter dem Konzept des Bürgerrundfunks stehe auch die Absicht, eine möglichst große Vielfalt der lokalen Berichterstattung zu gewährleisten, sagte Angelika Schürmann, Geschäftsführerin von os-radio 104,8. Ist diese Vielfalt in Gefahr? „Das neue Mediengesetz liegt derzeit nur als Entwurf vor“, so die Geschäftsführerin. „Fest steht aber, dass der Bürgerrundfunk einen festen Platz im System behalten soll.“ Dennoch sehen Schürmann und Holst möglicherweise Probleme. Da das lokale Werbemonopol entfallen solle, könnten kommerzielle Anbieter auf den (engen) Radiomarkt drängen. „Rechnet sich das?“ Diese Frage ist noch offen. Es gebe aber Studien, die sehr wohl davon ausgingen, dass eine Refinanzierung möglich sei, sagte Holst.

Entscheidend sind natürlich Reichweite und Frequenz der Sender und damit die Zahl der potenziellen Rundfunknutzer.

Angelika Schürmann und Burkhard Holst baten die anwesenden Kommunalpolitiker darum, die Problematik im Auge zu behalten. Schließlich übernimmt bislang der Landkreis Osnabrück einen Teil der Finanzierung des Bürgerrundfunks, und os-radio wünscht sich natürlich, dass das auch in Zukunft so bleibt.

(Aus dem Wittlager Kreisblatt am 03.05.2010 von Rainer Westendorf)

 


Schreibe einen Kommentar