Baulücken schließen, neue Bauplätze schaffen? Natberger Heide

30.07.2020

In 2017 stellte die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Bissendorf den Antrag, aufgrund der immensen Nachfrage nach Baugrundstücken (ausgewiesene Baugebiete waren mind. 3-fach überzeichnet) besonders für die OT Bissendorf und Schledehausen nach weiteren Möglichkeiten der Wohnbebauung zu suchen. Dieser Antrag fand fraktionsübergreifende Zustimmung.
Dem Planungs- und Entwicklungsausschuss wurde eine Flächenanalyse basierend auf dem aktuellen Flächennutzungs- und in 2004 aufgestellten Gemeindeentwicklungsplan vorgelegt. Einhelliges Fazit der Analyse war, dass der Grundstücksbedarf nicht annähernd gedeckt werden könne. Kaum vorhandene Baulücken sowie fast keine Gebäudeleerstände standen den zahlreichen Nachfragen entgegen.

Aus dieser Erkenntnis heraus formulierte die CDU Fraktion Ende 2018 folgenden Antrag:

„Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Bissendorf ist trotz zahlreicher neuer Baugebiete nach wie vor vorhanden und kann nur schwer befriedigt werden.
In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Begriff von „bezahlbarem Wohnraum“. Eine mögliche Maßnahme in diese Richtung wäre die Bebauung von sog. Baulücken in Außenbereichen des Gemeindegebietes.
Dazu müßte der Gemeinderat seinen Grundsatzbeschluss auf Stärkung der Wohnbebauung in den Ortszentren (Bissendorf, Wissingen und Schledehausen) entsprechend erweitern.
In den meisten Fällen sind Versorgungsleitungen und andere Voraussetzungen für die Verdichtung im Außenbereich schon vorhanden. Desweiteren würden in vielen Fällen die Enkel / Kinder auf den zur Verfügung stehenden Grundstücken bauen. Einer Vergreisung / Überalterung der Außengebiete / Bauernschaften würde so entgegengewirkt, aber auch die Möglichkeit evtl. zukünftig anfallender Pflegeanforderungen geschaffen.
Die CDU-Fraktion beantragt, die Einzelprüfung von Anträgen auf Bebauung von Lückenschlüssen im Gesamtbild der Verhältnisse und keine pauschale Ablehnung unter Berufung auf den Grundsatzbeschluß.“

Aus diesem Antrag heraus resultierte eine Voruntersuchung der Ortsbereiche Wersche, Linne und Natberger Heide. In Wersche zeigte sich, dass bei der angedachten Fläche eine Bebauung nicht möglich war. In Linne ergaben sich nach Bürgerinfo und –umfrage 4 mögliche Baustandorte. Diese sind aktuell noch in Prüfung. Zeitgleich zur Voruntersuchung kam aus Teilen der ansässigen Bevölkerung des Bereiches „Natberger Heide“ der Wunsch nach einem „Bauen in zweiter Reihe“ auf. Hier ging es besonders um die Bindung von Kinder und Enkelkinder in der Nähe sowie Angst, den großen Grundstücken auf Dauer im Alter nicht mehr gerecht werden zu können.Um hier alle Anwohner mit ihren Meinungen und Ideen mitzunehmen, wurde in Folge der stattgefundenen Bürgerinformation und -umfrage der anstehende Untersuchungsbereich reduziert (Am Strothebach). Um baurechtlich überhaupt weitere Schritte gehen zu können, wurde in der Planungs- und Entwicklungsausschuss-Sitzung im Juli 2020 die 48. Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans Nr. 163 „Natbergen – Auf der Heide“ beschlossen. Hiermit ist das förmliche Bauleitverfahren eingeleitet. Nun wird durch Verwaltung und Ingenieurplanung Wallenhorst (IPW) die grundsätzlich überhaupt mögliche Umsetzung von Baumaßnahmen geprüft. Ein Ergebnis hierzu ist offen und bedeutet nicht, dass auch bei postiven Baumöglichkeiten, der Rat diesem folgt!

Zum zeitlichen weiteren Procedere eines solchen Verfahrens: Änderung Flächennutzungsplan * Einholung Umweltberichte *Wasserwirtschaftliche Vorplanungen und Versicherungsnachweisen * Flächenvermessung * Schalltechnische Beurteilung. Hieran schließt sich das zweistufige Regelverfahren.

Ob sich Bebauungsmöglichkeiten ergeben, wird im anschließenden Planungsprozess bei der Ausarbeitung des Bebauungsplanentwurfs entschieden.

Die CDU Bissendorf wird mögliche

    • Baumaßnahmen in 2. Reihe und
    • zulässige Lückenbebauung im Rahmen des geltenden Baugesetzes
      vorrangig prüfen.

2020-07-31