VERKEHRSPOLITISCHE RADTOUR: ADFC kritisiert fehlende Radwege in Bissendorf

27.09.2015
Bei der ersten verkehrspolitischen Radtour des ADFC durch Bissendorf und die angrenzenden Gemeinden gab es viele kritische Punkte zu besprechen. Foto: Regine Bruns

Bei der ersten verkehrspolitischen Radtour des ADFC durch Bissendorf und die angrenzenden Gemeinden gab es viele kritische Punkte zu besprechen. Foto: Regine Bruns

Zum ersten Mal hatte der ADFC Osnabrück zu einer verkehrspolitischen Radtour durch Bissendorf und die angrenzenden Gemeinden eingeladen. Zehn Teilnehmer machten sich auf die etwa 15 Kilometer lange Strecke, die von Bissendorf über Natbergen, Jeggen und Wissingen führte. Unter ihnen auch Bürgermeister Guido Halfter, Jürgen Schwietert, Fachdienstleiter des Fachdienstes „Straßen“ beim Landkreis Osnabrück, und Wolfgang Simon, Vorsitzender der Verkehrswacht Bissendorf.
Knapp zwanzig Punkte hatte sich Wolfgang Diehaus vom ADFC auf der Strecke markiert, die er mit den Teilnehmern in Augenschein nehmen wollte. Am großen Kreisel in Bissendorf ging es los. „Hier gibt es eine verwirrende Verkehrsführung“, so Diehaus. Die Radfahrer sollen beim Queren des Kreisverkehrs die Vorfahrt beachten. Viele nehmen diese Regelung aber nicht wahr oder werden von Autofahrern durchgewinkt, die sich offenbar ebenfalls nicht sicher sind, wer hier die Vorfahrt gewähren soll.
Über die Georgsmarienhütter Straße, wo laut ADFC ebenfalls ein Radweg sinnvoll wäre, radelte die Tour dann weiter nach Natbergen. In der Bauernschaft sei der Radweg schmal, unkomfortabel und häufig zugewachsen. „Er stellt so keinen Sicherheitsgewinn dar“, meinte Diehaus.
Gefährliche Stellen an der Lüstringer Straße
An der Lüstringer Straße sei die Nutzung des geplanten Zweirichtungsfuß- und Radwegs vor den Hauseingängen und Grundstückszufahrten gefährlich, kritisierte der ADFC. Speziell die Werksausfahrt der Bäckerei Brinkhege berge Gefahrenpotential. „Dort werden wir ein Schild aufstellen, das den Einbahnstraßenverkehr für Radfahrer in die Gegenrichtung freigibt“, sagte Guido Halfter.
Doch nicht alle Kritikpunkte ließen sich so schnell und einfach lösen, da viele Verkehrsregelungen und -wege auch Sache des Landes Niedersachsen sind. So beispielsweise der schmale Radweg entlang der Mindener Straße. „Ortskundige nutzen hier in Wissingen den Umweg über Pfingstweg, Hauptmannstraße und Schwarzer Weg, um nach Osnabrück zu kommen“, erklärte Diehaus. Der Radweg an der Mindener Straße sei zu schmal und werde zum Teil über Bushaltestellen geführt, wo es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrern und den ein- und aussteigenden Fahrgästen komme.

Bushaltestelle am Wissinger Kreisel: Nur knapp hatten die Teilnehmer den Bus verpasst.

Bushaltestelle am Wissinger Kreisel: Nur knapp hatten die Teilnehmer den Bus verpasst.

Auf dem Teilstück der Mindener Straße zwischen Linner Weg und Linner Landstraße gebe es gar keinen Radweg, so Diehaus, und dort sei auch keine Umfahrung möglich, so dass Radfahrer gezwungen seien, die stark befahrene Landstraße zu nutzen. „Wir als Gemeinde haben schon den Radweg bis zum Linner Weg bauen lassen, darüber hinaus ist das Land zuständig, aber bei denen hat der Radweg keine Priorität“, so Halfter. Wäre die Gemeinde Bissendorf zuständig, wäre dort schon längst ein vernünftiger Radweg angelegt worden.
Schmale, zugewachsene Radwege seien auch an Teilen der Wissinger Straße und der Meller Straße ein Problem. Oft halten Autofahrer die Überholabstände nicht ein, sodass Radfahrer unnötig gefährdet werden, erklärte Diehaus.
Ein Artikel von Regine Bruns
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