Positive Nachricht aus Hannover: “Zukunft des Bissendorfer Modells gesichert”

30.04.2015
Die Sprachförderklassen an der Grundschule Bissendorf bleiben. Darüber freuten sich Volker Buch, Gerda Hövel, Heike Oberkötter und Guido Halfter.  Foto: Bärbel Recker-Preuin

Die Sprachförderklassen an der Grundschule Bissendorf bleiben. Darüber freuten sich Volker Buch, Gerda Hövel, Heike Oberkötter und Guido Halfter.
Foto: Bärbel Recker-Preuin

„Dieser Einsatz hat sich in jedem Falle gelohnt,“ versichern Gerda Hövel und Heike Oberkötter. In den Händen der CDU- Landtagsabgeordneten liegt ein Schreiben der niedersächsischen Landesregierung, und darin steht es schwarz auf weiß: Es sind „keine substanziellen Veränderungen beabsichtigt, die sich konkret auf die Zusammenarbeit zwischen Sprachheilzentrum Werscherberg und den umliegenden Schulen auswirken“.

Die Existenz aller Förderschulen steht aufgrund der UN-Konvention über die Rechte für Menschen mit Behinderung infrage. Dazu zählt auch die der Sprachheilklassen an der Grundschule Bissendorf, in denen zurzeit 27 Kinder unterrichtet werden, die stationär im Sprachheilzentrum leben. Gegen diese Schulgesetzgebung protestierten Eltern, Lehrer, Sprachheilzentrum, Grundschule, Rat und Verwaltung.
Erfolgreiche Kooperation

Denn in Bissendorf läuft seit Jahren eine äußerst erfolgreiche Kooperation zwischen Awo-Sprachheilzentrum und Grundschule. Die Sprachheilkinder werden gezielt gefördert, gehen mit allen anderen Kindern in kleine Klassen mit höchstens 14 Schülern.

Die gesamte Schulgemeinschaft profitiert vom inklusiven Miteinander. Daran soll nach Willen der Bissendorfer festgehalten werden. Denn eine Schließung der Förderklassen wäre für alle Beteiligten ein Rückschritt.
Sprachfördershculen bleiben

In den vergangenen Monaten wurden Gerda Hövel Unterschriftenlisten und Eingaben überreicht. Im März 2014 machte sich Kultusministerin Frauke Heiligenstadt ein persönliches Bild vom Bissendorfer Kooperationsmodell. Zwar gab es im April 2014 dann Entwarnung aus Hannover mit der Erklärung, dass alle Förderklassen mit dem Schwerpunkt Sprache in Melle, Quakenbrück und Bissendorf zumindest bis zum Schuljahr 2015/16 erhalten bleiben sollen.
Anfrage an die Landesregierung

Darauf wollte sich Hövel aber nicht verlassen. Sie wollte speziell die Situation des Bissendorfer Modells geklärt haben und startete eine „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung. Sie fragte unter anderem nach der personellen und sachlichen Ausstattung und einer zeitlichen Begrenzung. Hövel präsentierte jetzt das Antwortschreiben mit der deutlichen Aussage: „Die Landesregierung sieht die Zukunft des Bissendorfer Kooperationsmodells nicht infrage gestellt.“
Zum Umdenken anstoßen

„So können weiter Kinder in diesem einzigartigen und sehr erfolgreichen Modell optimal gefördert werden. Das ist ein großartiger Erfolg für alle Beteiligten“, freut sich die Landtagsabgeordnete. „Mit dem Einsatz aller wurde in Bissendorf ein Umdenken angestoßen“, ergänzte Bürgermeister Guido Halfter. Und Volker Buch, Vorsitzender der CDU Bissendorf und Fraktionschef, nahm die Zusicherung aus Hannover zum Anlass, besonders Hövel für ihr Engagement zu danken.

Ein Artikel von Bärbel Recker-Preuin
http://www.noz.de/lokales/bissendorf/artikel/570472/zukunft-des-bissendorfer-modells-gesichert.