Grundsteinlegung für Bissendorfer Rathaus

30.07.2014

bissendorf-grundsteinlegung-des-neuen-rathauses_fullDie Wände sind zwar noch nicht hochgezogen, doch seine erste Bewährungsprobe hat der Bürgersaal des neuen Bissendorfer Rathauses schon bestanden. Auf dem Fundament des Gebäudetraktes haben Vertreter der Gemeinde am Dienstag ein Kupferrohr bestückt: In die sogenannte Zeitkapsel, die in den Grundstein des wachsenden Verwaltungsneubaus eingemauert werden soll, steckten sie Urkunden, den Bauplan des Architekten, Euro-Münzen und andere Zeugnisse aus dem Jahr 2014.
„Scheine haben wir uns gespart, die brauchen wir gegebenenfalls noch, um das hier zu bezahlen“, witzelte Bürgermeister Guido Halfter bei der symbolischen Grundsteinlegung auf der Rathausbaustelle. Er spielte an auf die langen Diskussionen darüber, wie viel Geld das neue Rathaus kosten darf. Auf 3,5 Millionen Euro begrenzte der Bissendorfer Rat das Projekt – und dasAusschreibungsergebnis für Verwaltungstrakt plus angedocktem Saal lag knapp darunter.
Ende Mai erfolgte der Spatenstich , jetzt die Grundsteinlegung. Zu ein wenig Lyrik und Pathos ließ Halfter sich hinreißen. „Der Stein, der in den Grund gelegt, ist der, auf dem das Rathaus mal steht“, las er vor. „Wir gratulieren zum Entschluss, dass hier ein Rathaus entstehen muss.“ Jahrzehntelang hatte die Gemeinde das Projekt in Angriff genommen, einen neuen Verwaltungssitz zu errichten – und dann ging alles recht schnell: Am 28. Juni 2011 war der Rahmenplan für das Rathaus Thema im Bissendorfer Planungsausschuss, am 2. September 2011 wurde der Vertrag mit der katholischen Kirchengemeinde über den Grundstückstausch beurkundet. Die Gemeinde erhielt das Areal neben der Kirche, und die Kirche die Fläche des alten Rathauses. Dort will das Stephanswerk barrierefreie Wohnungen und ein Ärztehaus bauen.
Peter Spach vom Heimat- und Wanderverein legte weitere gute Wünsche in die Zeitkapsel: „Wir hoffen, dass in diesem Haus nur Entscheidungen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger getroffen werden.“
Die Entscheidungsträger aus dem Rat erschienen zum Termin so zahlreich, dass einige scherzten: „Wir sind sogar beschlussfähig!“ Den Ortsvorsteher und Ratsvorsitzenden Wilfried Langhans freute das: „Das zeigt, dass wir alle gemeinsam hinter diesem Projekt stehen.“
Alleine wollte Halfter die kupferne Zeitkapsel nicht einmauern. „Ich möchte die mutigen Politiker jetzt zu mir bitten“, sagte er und griff schmunzelnd zur nächsten Pointe: Falls die Baukosten doch auf 3,8 Millionen Euro steigen sollten, wolle er nicht alleine dafür gerade stehen.
Der große Zementklotz, in den die Bissendorfer ihrer Zeitkapsel einmauerten, diente übrigens nur dem symbolischen Akt, die Kapsel wurde gleich hinterher wieder befreit. Der echte Grundstein, der samt Kapsel im Foyer des Hauses zu sehen sein soll, wird etwas kleiner ausfallen. Per Webcam kann man den Baufortschritt verfolgen: www.bissendorf.de

Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/lokales/bissendorf/artikel/494438/grundsteinlegung-fur-bissendorfer-rathaus
Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 29.07.2014