Bürgerbefragung am 22. September – Initiative für Gewerbegebiet in Bissendorf

30.08.2013

„Mensch plus Natur plus Wirtschaft gleich Schönes Bissendorf“ lautet die Formel der Initiative „pro verantwortliche Gewerbeansiedlung“ von Bürgern, SPD und CDU der Gemeinde Bissendorf, welche die Initiatoren am Donnerstag im Technologiezentrum vorgestellt haben.

Bild Bürgerbefragung

 

 

Wenn es nach Jürgen Krenitz aus Wissingen, Paul-Walter Wahl aus Schledehausen, Dr. Wolfgang Simon und Peter Spach aus Bissendorf, dem Ratsherrn Ulrich Liehr (SPD) und Volker Buch (CDU) sowie Bürgermeister Guido Halfter geht, sollen möglichst viele Bissendorfer die Formel aufs Auto kleben – und damit wie sie für ein „Ja“ werben bei der Bürgerbefragung für oder gegen eine Planungsfortsetzung „Gewerbegebiet Natberger Feld“ am 22. September.

Volker Buch weist auf die aus seiner Sicht negative Außenwirkung der öffentlichen Kampagne der Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“ hin. Für die Entscheidung von Solarlux, ab 2015 in Melle-Drantum zu produzieren, sei sie das „Zünglein an der Waage“ gewesen. Um diesem Imageschaden entgegenzuwirken, müsse klar sein, was die Bürger wollen.

Wenig faktenorientiert sei, was Bürgerinitiative „Schönes Natbergen“ und „andere Parteien“ publiziert hätten, meint Ulrich Liehr. Die aus Privat- sowie Parteimitteln finanzierte Initiative will in den kommenden Tagen in einer Infobroschüre deutlich machen: Die Fläche der Gemeinde bestehe aus 89,11 Prozent Natur, 9,63 Prozent bebauter Fläche und 1,26 Prozent bestehender und geplanter Gewerbefläche. Man könne also nicht von „Raubbau an der Natur“ reden, wenn es darum gehe, Gewerbe und Arbeitsplätze anzusiedeln und die für Bildung, Vereinsleben oder Brandschutz wichtigen Gewerbesteuern zu sichern, so Liehr. Solarlux zu halten sei nicht gelungen: „Wir müssen nach vorne schauen. Wir brauchen Wirtschaft und Gewerbe, um Bissendorf liebenswert zu halten.“

Bürgermeister Halfter erklärt, er verstehe den Ratsbeschluss zur Bürgerbefragung als bürgerschaftliche Stärke und mögliches Signal aus der ganzen Gemeinde an ansiedlungswillige Unternehmen: „Wir sind nicht wirtschaftsfeindlich.“ Auch beim jetzigen „Vorzeigegewerbegebiet“ habe es Widerstand gegeben. Aber es sei kein Moloch, „hier entsteht Hightech, hier lebt die Gemeinde“. Er hoffe bei der Bürgerbefragung „auf ein gutes Ergebnis“. Bei einem „Ja“ könne das Planungsverfahren mit allen öffentlichen Beteiligungen 18 Monate dauern, schätzt er.

Jürgen Krenitz, Mitinitiator der Ansiedlung von Solarlux, bezeichnet die Entwicklung als ärgerlich. Als Vorsitzender des Sportvereins Wissingen wisse er um die Bedeutung von Arbeitsplätzen und den Zuzug von Familien etwa für die Jugendarbeit im Verein.

Simon, als ehemaliger Schulleiter unter anderem in Verkehrswacht und Präventionsrat aktiv, sei bei der Entwicklung „angst und bange“ um die Mittel, die die Gemeinde derzeit in die Bildung stecke. Als Interessengruppe müsse man sich nach Mehrheiten umschauen und die gewählten Vertreter für sich beschließen lassen – oder beim nächsten Mal andere wählen.

NOZ 30.08.2013