Plan für Bissendorfer Westumgehung vom Tisch

09.05.2013

083-6Plan für Bissendorfer Westumgehung vom Tisch

Bissendorf. Das Baugebiet unterhalb des Reitplatzes in Achelriede wird kommen. Der Bissendorfer Rat beschloss einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplans. Damit verbunden sollen Pläne für eine Umgehungsstraße in diesem Gebiet aufgegeben und nach verkehrlichen Alternativen gesucht werden.

Die Bissendorfer Westumgehung hat eine lange Geschichte. Nicht ganz so lang wie die Seidenstraße, aber immerhin: Bereits zur Gemeindegründung 1972 war die Trasse in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden. 1994 wurde sie aus dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises herausgenommen, 2004 kam sie wieder hinein. Im selben Jahr wurde der Kreisel im Ortskern fertiggestellt, der den Verkehrsfluss verbessern sollte.

Diese Hoffnung, so die von Bürgermeister Guido Halfter in der Ratssitzung geäußerte Einschätzung, habe sich erfüllt. Rückstaus und damit verbundene Lärm- und Abgasbelastungen hätten abgenommen. Es gibt jedoch Bissendorfer, die mit dem Kreisel das Verkehrsproblem noch nicht gelöst sehen und bislang auf eine Westumgehung gehofft hatten.

Der Verkehr, so Bernhard Henkelmann von der CNI-FDP-Ratsgruppe, habe durch die Baugebiete in den vergangenen zehn Jahren ohnehin schon zugenommen, auch die Vorhaben im Bereich Ortsmitte brächten mehr Autoverkehr mit sich, was ein verkehrliches Gesamtkonzept erforderlich mache. Dem gegenüber stand die von SPD und CDU im Zusammenhang mit dem in Achelriede geplanten Baugebiet geforderte Herausnahme aus dem RROP, die der Rat gegen die Stimmen der CNI beschoss.

Absage des Landes

Helmut Ellermann, Sprecher der SPD-Fraktion, in seiner Begründung des Antrags: „An der klaren Absage, die das Land Niedersachsen der Umgehungsstraße erteilt hat, wird sich nichts ändern.“ Angesichts dieser Tatsache schaffe die Herausnahme sowohl für künftige Bauwillige als auch für die Gemeinde Planungssicherheit. Dem SPD-Antrag auf Herausnahme aus dem RROP hatte die CDU einen Ergänzungsantrag beigefügt, mit dem mögliche Alternativen geprüft werden sollen. Darin einfließen, so CDU-Sprecher Volker Buch, sollten sowohl aktuelle wie auch prognostizierte Zahlen zum Verkehrsaufkommen wie auch die Zunahme der E-Mobilität.

Von Grünen-Ratsherr Claus Kanke befragt, welche Alternativen dies sein könnten und ob es neue Trassen gebe, schlug Buch als eine mögliche Maßnahme vor, an der BAB-Abfahrt Gesmold Schledehausen mit aufzuführen, um so den Verkehr dorthin von Bissendorf wegzuleiten. An der Tatsache, dass in diesem Fall der Verkehr von der Autobahn zwar nicht mehr über Bissendorf, dafür aber über Ellerbeck führe, sehe man, dass Alternativen nicht nur in der Straßenführung zu suchen seien, sagte Guido Halfter. „Wir sind alle gebeutelt“, so der Bürgermeister.

Dem Eindruck mancher Bissendorfer, dass der Ratsbeschluss Planungssicherheit für Neubürger zulasten verkehrsgeplagter Altbürger schaffe, setzte Johannes Eversmann von der Ingenieurplanung Wallenhorst entgegen: „Durch Ausweisung des neuen Baugebietes ist die Trasse genauso möglich oder unmöglich wie ohne seine Ausweisung.“

NOZ 09.05.2013