Schleuser verdienen mehr als Drogenhändler

13. Mai 2015

CDU Bersenbrück-Gehrde informiert sich in der Aufnahmestelle Bramsche

Bersenbrück/Bramsche: Mit gemischten Gefühlen fuhren CDU Mitglieder aus Bersenbrück – Gehrde und Rieste zur Aufnahmestelle nach Bramsche, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Das Gelände der Aufnahmestelle hat eine Größe von 17,5 Hektar. Deutschland rechnet nach aktuellen Zahlen 2015 mit 450.000 Flüchtlingen. Zum Vergleich: Pakistan nimmt 1,6 Millionen Menschen auf und der Iran 857.000.

Bes.Landesaufnahmstelle_Bramsche

Vor Ort wurde die Besuchergruppe von dem Leiter Conrad Bramm empfangen. Der Standort sei für 500 – 600 Personen ausgelegt. Momentan befinden sich dort 1100 – 1200 Personen, bei einer monatlichen Fluktuation von knapp 1000 Menschen. Viele kommen aus den Westbalkanstaaten wie Albanien, Kosovo, Serbien und Mazedonien aber auch aus Syrien und aus Afrika. “Wir wissen nicht wie viele Asylsuchende am nächsten Tag oder in der nächste Woche kommen werden. Die Zugangszahlen haben sich in den letzten Monaten gegenüber dem Vorjahr jedoch verdoppelt”, so der Standortleiter Bramm. Bei Asylsuchenden aus den Westbalkanstaaten liege die Ablehnungsquote bei etwa 99 Prozent, die Deutschland wieder verlassen müssten. Je nach Herkunftsland zahlen die Asylsuchenden zwischen 4.000€ bis 14.000€ an Schlepperorganisationen. Asylsuchende aus dem Westbalkan mit Ausnahme des Kosovo können jedoch visumsfrei nach Deutschland einreisen und benötigen daher keine Schleuser. Nach Expertenmeinung wird im Schleusergeschäft weltweit mehr verdient als beim Drogenhandel. Bramm und seine Kollegen machen das Menschenmögliche, um dem Ansturm der Asylsuchenden Herr zu werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schiebe aber derzeit einen immer größer werdenden Stapel von Asylanträgen vor sich her, der sich aktuell auf etwa 200000 beläuft. Ein Problem sei zudem, dass Asylsuchende häufig angeben, nicht im Besitz von Identitätspapieren zu sein. Daher müsse bei Ausreisepflichtigen häufig eine sehr aufwändige und arbeitsintensive Klärung der Identität erfolgen. Eine fünfköpfige Familie erhalte in der Erstaufnahmeeinrichtung Bramsche neben der medizinischen Grundversorgung, Kleidungsgutscheinen, Unterkunft und Verpflegung 694,14 € im Monat. Das sei für viele Bewohner der Einrichtung sehr viel Geld. Gewöhnungsbedürftig war für die Besucher die Erkenntnis, dass die Werte und Normen vieler Zuzugsländer sehr von den hiesigen gesellschaftlichen Werten und Normen abweichen. Insbesondere bei der Stellung der Frauen in Staat und Gesellschaft zeigen sich tiefgreifende Unterschiede zwischen den Kulturen. Ein weiterer Knackpunkt sahen die Besucher, dass sehr viele Asylsuchenden während ihres Aufenthaltes in der Erstaufnahmeeinrichtung gar keinen Asylantrag beim Bundesamt stellen können, da sie zuvor auf eine niedersächsische Gemeinde verteilt werden. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche muss schnellstmöglich die Asylsuchenden auf die Kommunen verteilen, unabhängig vom Verfahrensstand, um wieder Unterkünfte für Neuankömmlinge Asylsuchende zur Verfügung zu haben. Die CDU Mitglieder sahen darin eine zusätzliche Belastung der Kommunen zumal durch fehlende erkennungsdienstliche Maßnahmen bei diesem Personenkreis der Status des Aufenthaltes noch völlig ungeklärt sei.