Warum ist die CDU gegen Schuleinzugsbezirke?

30. Juli 2014

S-bezirk

In der letzten Bildungsausschusssitzung der Samtgemeinde Bersenbrück wurde darüber beraten, ob zur möglichen Einrichtung einer IGS in Ankum Schuleinzugsbezirke eingerichtet werden sollen. Bei der Abstimmung ergab sich eine Pattsituation. Die CDU stimmte mit Schüler- und Elternvertretung gegen die Einrichtung von Schuleinzugsbezirken.

Schuleinzugsbezirke und damit eine Beschränkung der freien Schulwahl geben aus Sicht der CDU nur Sinn, wenn hierdurch das Bildungsangebot für die Schüler der Samtgemeinde verbessert werden kann. Zurzeit können nach der Grundschule neben dem Gymnasium Bersenbrück und den Oberschulen in Bersenbrück und Ankum auch die IGS in Fürstenau und Schulen in freier Trägerschaft wie die Marienschule Schwagstorf und das Gymnasium Handrup gewählt werden. Nach der Einrichtung einer IGS in Ankum mit der damit verbundenen Einrichtung von Schuleinzugsbezirken ergeben sich Einschränkungen bei der Schulwahl. Neben dem Gymnasium Bersenbrück und den Schulen in freier Trägerschaft verbleiben zur Auswahl nur noch die Oberschule in Bersenbrück und eine IGS in Ankum. Der Besuch der IGS Fürstenau wird dann nicht mehr möglich sein.

Zwischen einer Mittelstufen-IGS in Ankum und der IGS Fürstenau bestehen aber erhebliche Unterschiede. Die IGS Ankum wird zunächst nur bis zur 10. Klasse geführt, während die IGS Fürstenau Unterricht bis zur 13. Klasse mit Abitur anbietet. Die Schüler einer IGS Ankum müssten zur Erreichung des Abiturs nach der 10. Klasse wechseln an eine abiturführende Schule wie das Gymnasium Bersenbrück oder die IGS Fürstenau. Die Einrichtung einer Oberstufe in Ankum ist nämlich nur möglich, bei einer hinreichenden Schülerzahl in der Oberstufe. Bei fallenden Schülerzahlen und vielen Abiturabgeboten in der Region ist dieses eher unwahrscheinlich. Zum Unterrichtsangebot an einer Mittelstufen-IGS ist weiterhin festzustellen, dass sich dieses nicht wesentlich von einer Oberschule unterscheidet.

Nach Ansicht der CDU wird durch die Einrichtung von Schuleinzugsbezirken die Auswahl an Bildungseinrichtungen für die Schüler der Samtgemeinde eingeschränkt. Das Schulangebot wird nicht verbessert, sondern verschlechtert. Es ist zwar anzuerkennen, dass bei einer IGS in Ankum sich die Fahrzeit um ca. 20 Minuten gegenüber der IGS in Fürstenau verringert, aber diese Fahrzeitverkürzung ist nicht so erheblich, dass deshalb die Schulauswahl eingeschränkt werden muss. Die CDU wird sich daher – auch im Interesse von Eltern und Schülern – für einen Verzicht auf Schuleinzugsbezirke einsetzen. Das breite Bildungsangebot für die Schüler der Samtgemeinde Bersenbrück soll nämlich nicht eingeschränkt werden.