Stellungnahme der Gemeinde Gehrde zum Windvorranggebiet in Groß Drehle

28. März 2013

Stellungnahme der Gemeinde Gehrde zur Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Osnabrück
Der Ausschuss für Finanzen, Infrastruktur und Wirtschaft der Gemeinde Gehrde hat in seiner Sitzung am Dienstag, 26.03.2013, folgende Stellungnahme einstimmig verabschiedet:
Die Gemeinde Gehrde begrüßt grundsätzlich die Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergienutzung. In der nachfolgenden Stellungnahme wird auf die besondere Situation des Planungs-gebietes Nr. 14 (Drehle) eingegangen.
Stellungnahme der Gemeinde Gehrde:
Die Immissionen des vorhandenen Windparks Drehle werden von den umliegenden Bewohnern als Belastung und Minderung der Lebensqualität empfunden. Eine Erweiterung des Windparks würde die Situation verschärfen. Durch neue WEAs würde der Radius der Einwirkung durch Schattenschlag und Schall erheblich erweitert. In westlicher Richtung des geplanten Gebietes liegt ein Reiterhof. Die Betreiberfamilie hat große Bedenken bzgl. der Sicherheit des Reitbetriebes. Aufgrund der Erfahrung mit dem derzeitigen Windpark muss mit panischen Reaktionen der Pferde gerechnet werden. Das würde den Reitbetrieb grundsätzlich gefährden (Kinder und Jugendliche!).
Bei voller Ausnutzung des möglichen Gebietes Nr. 14 käme auf die sich an den vorhandenen Windpark anschließende Wohnbevölkerung eine erhebliche Zunahme der schon vorhandenen Belastung zu.
Daher muss der erste Schritt die Erlangung eines größtmöglichen Einverständnisses der Wohnan-lieger sein. Je nach Beeinträchtigung muss eine angemessene Entschädigungsvereinbarung getroffen werden. Zu berücksichtigen ist hier die Wohnqualität abhängig von der Entfernung zu den WEA, sowie eine mögliche wirtschaftliche Beeinträchtigung.
Es wird vorgeschlagen, die Mindestabstände zur Wohnbebauung aufgrund der Häufung von WEA auf 700 m zu erhöhen. Der Reiterhof und einige Wohngebäude würden nahezu zu 180 ° umstellt. Dadurch entstünde eine massive optisch bedrängende Wirkung. Aufgrund der ausgewiesenen Fläche ergäbe sich eine langgezogene Aneinanderreihung von Windrädern. Wünschenswert wäre eine Konzentrierung um den Charakter eines Windparks zu erreichen.
Zu berücksichtigen ist, dass der sich anschließende Windpark auf dem Gebiet des Landkreises Vechta u.U. auch noch erweitert werden könnte.
In nordwestlicher Richtung bestehen zwei (außerörtliche) Siedlungsstraßen. Innerhalb von 1.500 m Abstand zum Vorranggebiet beginnt die innerörtliche Bebauung des Dorfes Gehrde. Eine Ausdehnung der Bebauung in diesem Bereich ist geplant. Daher sollte ein größerer Abstand zu diesem Bereich eingehalten werden. Das Vorranggebiet Nr. 14 b müsste im nordwestlichen Bereich deutlich reduziert werden.
Weitere Wünsche der Gemeinde Gehrde:
– Die Gesamthöhe der Anlagen sollte auf 200 Meter begrenzt sein.
– Eine Abschaltung der WEA zur Vermeidung der Schlagschattenwirkung auf Wohnhäuser wird vorausgesetzt.
– Eine Befeuerung der WEA muss bedarfsgesteuert eingerichtet werden. Der schon vorhan-dene Windpark sollte dahingehend umgerüstet werden.
– Aufgrund der Häufung von WEA ist der Einsatz von „Lärmschutzpaketen“ notwendig. Im-missionsmindernde Maßnahmen sollten auch in Zukunft möglich sein, soweit dieses wirt-schaftlich vertretbar ist.
– Sollte, wie in dem vorhandenen Windpark, eine Tiefgründung erforderlich sein, wird ange-regt, das „Rammen“ zu vermeiden. Vorgeschlagen wird hier eine Bohrung mit anschließen-dem Verfüllen.
Diese Stellungnahme erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung des Rates.