Kritik an Idee für Bersenbrücker Südumgehung

5. Mai 2012

Kritik an Idee für Bersenbrücker Südumgehung

Bersenbrück. Eine Bersenbrücker Südverbindung über die Hase hinweg mit eigener Brücke dürfte schätzungsweise 4,7 Millionen Euro kosten. Für seine Idee musste sich Rolf Gelinsky (CDU) im Bauausschuss reichlich Kritik anhören.

Im Vordergrund seiner Überlegungen im Stadtrat zu einer Verbindung zwischen Bramscher Straße und Neuenkirchener Straße stünde nicht etwa die Anbindung Hastrups, erklärte Gelinsky in der Ausschusssitzung. Vielmehr ginge es darum, mit einer Abkürzung die Wohngebiete im Bersenbrücker Süden attraktiv zu machen für Ansiedlungswillige, die künftig im Industriegebiet Niedersachsen an der Autobahn A 1 arbeiten. Hastruper könnten von der Abkürzung aber auch profitieren.

Von der Einmündung des Mertensweges in die Bramscher Straße bis zum Heeker Weg ist die Trasse sogar schon im Flächennutzungsplan eingetragen, als Verbindung zum Berufsschulzentrum. Ab der Hase hat Bauamtsleiter Reinhold Heidemann einfach einen Strich über die Karte gezogen. Vorerst gehe es darum, mit möglichst wenig Aufwand und Kosten Überlegungen anzustellen, um sie mit Behördenvertretern zu diskutieren, erklärte er. Erst mit deren Einverständnis und Förderung sei die Stadt in der Lage, dieses Projekt zu stemmen.

Ob es aber auch sinnvoll ist? Das bezweifelt Manfred Krusche (SPD). Wesentlich wichtiger als eine Südumgehung sei für Bersenbrück die Verlegung der Bundesstraße 214 noch Norden um die Stadt herum, erklärte er. Bis zur Verwirklichung der Nordumgehung dürften aber nach jetzigem Stand noch viele Jahre vergehen. Da sei es nicht sinnvoll, Energie und Geld auf eine südliche Verbindung zu verwenden. Vielmehr müsse die Stadt sich bemühen, den Ausbau im Norden zu beschleunigen.

Ähnlich Krusche betrachte auch Josef Weissmann (Die Grünen) die Vorüberlegungen mit Misstrauen. Er fühle sich „veräppelt“ sagte er, einem Informanten zufolge werde schon seit drei Monaten konkret an der Straße geplant.

Drei Monate? Gelinsky widersprach: Losgegangen sei es nach seiner Anregung in der Stadtratssitzung am 14. März. Das alles seien „Vorüberlegungen zur Anbindung des Niedersachsenparks“, um Bersenbrücks Wohlstand zu sichern, bekräftigte auch Christian Klütsch (CDU). „Ob die Leute von dort mit dem Hubschrauber in die Stadt kommen, ist mir egal. Hauptsache, sie kommen.“

Artikel der NOZ. Autor: Martin Schmitz 04. Mai 2012 18:23 Uhr.

Kommentar des Webmasters:  Es wäre schön, wenn Bersenbrücks Süden eine Querverbindung von der Bramscher Straße in Richtung Neuenkirchener Straße erhalten würde. Manchmal kommt man sich in Bersenbrück vor, wie in einer Großstadt, weil das Verkehrsaufkommen in der Bramscher Straße zu groß ist. Zu einer Verkehrsentlastung der Innenstadt würde das auf jeden Fall beitragen.  Für die Gemeinde Gehrde wäre eine Südanbindung (Berufsschule) attraktiver als eine Verlegung der B214 in Richtung Norden. Eine zweite Haseüberquerung  ist daher sinnvoll. Der Grüne Ratsherr wittert offenbar überall um sich herum Verschwörer.