Zwei neue Windparks in Gehrde?

19. April 2012

Standorte in Rüsfort und Drehle
Gehrde. Für neue Windparks kommen in Gehrde zwei Standorte infrage: einer nahe den künstlichen Haseauen in Rüsfort und die Erweiterung des Windparks Drehle. Bewohner und Gemeindepolitiker reagieren mit Zurückhaltung.

Im Zuge der Energiewende möchte der Landkreis Osnabrück im Laufe der nächsten zwei Jahre neue Flächen für Windräder ausweisen. Ein „Scopingtermin“ am 26. April in Osnabrück soll darüber aufklären, wie das Planungsverfahren für die Änderung des regionalen Raumordnungsprogramms verlaufen soll. Die Gemeinden haben gerade begonnen, sich mit einer Liste von möglichen Standorten auseinanderzusetzen.

Neue Windräder: Mit der Energiewende ist auch im Osnabrücker Land die Debatte neu entfacht. Foto: Jan Woitas dpa

Neue Windräder: Mit der Energiewende ist auch im Osnabrücker Land die Debatte neu entfacht. Foto: Jan Woitas dpa

In Gehrde wäre das eine Fläche am Bokhorstweg, der nördlich der künstlichen Flussaue verläuft, die gerade an der Hase in Rüsfort ausgehoben wird. Dies berichtete Bürgermeiser Günther Voskamp (Die Grünen) in einer Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Infrastruktur und Wirtschaft am Mittwochabend. Die Auwiesen mitgerechnet, wäre diese Fläche 50 Hektar groß, ohne immerhin 20 Hektar. Ferner würde eine Erweiterung des Windparks in Drehle um etwa 30 Hektar erwogen.

Den komplizierten Abstandsregeln für Windräder nach würde der Platz für etwa drei Windräder pro Fläche reichen. Andere Faktoren, die eine Rolle spielen: Voskamp betrachtet die Nähe zum Naturschutzgebiet an der Hase als problematisch und verweist darauf, dass der Gemeinderat eine Erweiterung des Drehler Windparks schon einmal abgelehnt hat.

Axel Meyer zu Drehle (CDU) wusste von einem Haus, auf das täglich der Schlagschatten von rotierenden Flügeln fällt. Eine „wahnsinnige Belastung für die Anwohner“, stimmte ihm Ingrid Thesing (SPD) zu. Auch die Heul- und Pfeiftöne in stürmischen Nächten seien schlimm, fügte später Dieter Funsch als Zuhörer der Sitzung aus eigener Erfahrung hinzu.

Angesichts all dieser Bedenken solle man wohl besser abwarten, bis die Geothermie technisch ausgereift sei, schlug ein weiterer Besucher vor. Vorerst sei Erdwärme aber wohl nicht dazu geeignet, dem Landkreis Osnabrück die angestrebte unabhängige Energieversorgung zu sichern, so Voskamp.

Bis zum Jahresende dürfte die Phase der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, wie etwa der Gemeinden, abgeschlossen sein, rechnet er. Danach ist die Öffentlichkeit an der Reihe, dann dürfen auch die Anlieger ihre Argumente einbringen.

Die Gemeinde muss ihre Stellungnahme im Mai vorlegen. Man werde die Zeit nutzen, um noch weitere Informationen zu sammeln, erklärte der Ausschussvorsitzende Michael Lange von der Bürgerliste Gehrde.

Artikel der NOZ. Autor: Martin Schmitz 19. April 2012 19:15 Uhr