Foto Egmon Seiler

Wer wird CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Bramsche?

25.11.2016

Quelle NOZ: Belm/Bohmte/Bramsche/Ostercappeln/Wallenhorst. Darf der Hollager CDU-Politiker Clemens Lammerskitten zum dritten Mal für den Niedersächsischen Landtag kandidieren? Oder schickt die CDU im Wahlkreis Bramsche dieses Mal eine Alternative ins Rennen? Der Belmer CDU-Chef Rolf Villmer hat seinen Hut in den Ring geworfen.

Die Entscheidung fällen die CDU-Mitglieder bei einer Kampfabstimmung am 7. Dezember. Für 19.30 Uhr ist im Hotel Leckermühle in Bohmte die Urwahl des CDU-Landtagskandidaten für den Wahlkreis 75 angesetzt, zu dem Belm, Bohmte, Bramsche, Ostercappeln und Wallenhorst gehören. Stimmberechtigt sind alle Parteimitglieder aus den jeweiligen Ortsverbänden.

2012: Lammerskitten einziger Kandidat

Vor der Landtagswahl 2012 war Lammerskitten der einzige Anwärter auf die Kandidatur im Wahlkreis – dieses Mal hat er mit Villmer einen Konkurrenten. Bislang seien die beiden die einzigen Kandidaten, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Christian Calderone unserer Redaktion. 2007 schon musste Lammerskitten es mit einem Belmer aufnehmen – damals konnte er sich gegen Bernhard Strootmann durchsetzen und zog 2008 schließlich in den Landtag ein.

Villmer: Will Alternative bieten

„Es ist ganz gut, wenn man auch eine Alternative anbietet“, sagt Villmer. Der 52-Jährige ist Mitglied im Bezirks- und Kreisvorstand der CDU, seit 2013 Chef der Belmer CDU und erhielt bei der Kommunalwahl im September über die Parteiliste auch erstmals einen Sitz im Belmer Rat. An direkten Stimmen bekam Villmer nur 94. Dessen sei er sich durchaus bewusst, sagt er. Er habe sich im Wahlkampf vor allem um die Liste gekümmert und weniger um sich selbst. Bis zur Landtagswahl im Januar 2018 sei aber ein Jahr Zeit, um sich bekannt zu machen, so Villmer.

Seit der Jugend aktiv in der Union

Er sei von Mitgliedern aus allen Orts- und Gemeindeverbänden des Wahlkreises animiert worden, sich zur Wahl zu stellen, sagt er. Schon mit 17 Jahren wurde Villmer in der Jungen Union Vorsitzender – allerdings nicht im Landkreis Osnabrück, sondern im Kreis Höxter. Dort und später im nordhessischen Trendelburg bekleidete er diverse CDU-Ämter, war unter anderem Fraktionsvorsitzender.

„Interne Turbulenzen“

Villmer kommt bei der Begründung seiner Motivation auf die „internen Turbulenzen in einigen Bereichen unseres Wahlkreises“ zu sprechen, „durch die offensichtlich der Wunsch nach personellen Veränderungen aufkam.“ Damit meint er die zweimalige Spaltung der Wallenhorster CDU-Fraktion in Lammerskittens Verantwortungsbereich innerhalb von nur zwei Jahren. „Auch ich bin für diese Veränderungen, sonst würde ich nicht antreten.“ Als Villmer die Belmer CDU 2013 übernahm, war auch sie zerrissen – mittlerweile habe sie an Mitgliedern hinzugewonnen, sagt Villmer. Doch auch die Belmer CDU machte zuletzt mit Turbulenzen auf sich aufmerksam: Der langjährige Gemeindeverbandschef Oskar Aulich trat Mitte November aus der Partei aus und schloss sich im Rat mit dem einzigen FDP-Vertreter zusammen. Villmer: „Das hat mich maßlos geärgert, es ist aber die Entscheidung eines Einzelnen.“

Neun Jahre Erfahrung

Der Wallenhorster CDU-Vorstand habe Lammerskitten einstimmig gebeten, erneut für den Landtag zu kandidieren. „Und das mache ich natürlich gerne“, sagt der Hollager. Er habe neun Jahre Erfahrung, sei in die Themen eingearbeitet und im Wahlkreis bekannt. 2012 setzte er sich bei der Landtageswahl gegen seinen SPD-Konkurrenten Guido Pott, ebenfalls aus Hollage, durch und holte das Direktmandat.

Lammerskitten: Trennen zwischen Wallenhorst und Hannover

Der 59-Jährige ist Chef des Wallenhorster Gemeindeverbands und war von 2011 bis November 2016 zudem CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. 2014 spalteten sich fünf Fraktionsmitglieder ab und gründeten die CDW (Christlich, Demokratisch für Wallenhorst); nach der Kommunalwahl im September, bei der die Wallenhorster CDU 14 Prozent der Wählerstimmen verlor, gingen drei weitere Christdemokraten andere Wege und gründeten die UWG-Fraktion. Darauf angesprochen sagt Lammerskitten, dass man zwischen seiner hauptamtlichen Tätigkeit im Landtag und seiner ehrenamtlichen politischen Tätigkeit in Wallenhorst trennen müsse. „Ich glaube nicht, dass das abfärbt von der einen Ebene auf die andere.“

Ein Bild von Sandra Dorn

Ein Artikel von Sandra Dorn

Redakteurin, Jahrgang 1984, schrieb ihre ersten Texte für die Langener Zeitung/Offenbach Post in ihrer Heimatstadt Langen bei Frankfurt am Main. Nach dem Studium der Publizistik sowie Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Mainz und Bordeaux volontierte sie 2010 bis 2012 bei der Neuen Osnabrücker Zeitung. Seit September 2012 ist sie hier Lokalredakteurin. mehr