Ostenfelde

Ein kleiner historischer Abriss

Die Historie des Ortsteiles Ostenfelde ist eng mit der des Kirchspieles Glane verwoben (siehe auch Bericht im Ortsteil Glane).

Ostenfelde ist mit einer Fläche von ca. 1030 ha überwiegend durch die Land- und Forstwirtschaft geprägt. Jedoch sind in den letzten vier Jahrzehnten viele Siedlungsgebiete entstanden, die unmittelbar an die Bebauung des ehemaligen Fleckes Iburg liegen und daher mit dem heutigen Stadtgebiet städtebaulich nahtlos zusammenfließen: Siedlungsgebiete südlich und nördlich der Bahntrasse der Teutoburger Wald Eisenbahn.

Die flächenmäßige Gestalt der Gemeinde Ostenfelde ist häufig geändert worden. 1821 erschienen Hagenberg und Mäscher noch als Teile von Ostenfelde, ab 1859 jedoch als eigene Bauernschaften. Die Güter Scheventorf und Schleppenburg wurden 1885 der Landgemeinde Ostenfelde eingegliedert. Wie wenig die Gemeindegrenzen noch im vorigen Jahrhundert festgeschrieben waren, zeigen Eingaben an den Amtshauptmann in Iburg, der entsprechende Streitigkeiten zu schlichten hatte.

Eine erste Umgemeindung zwischen Iburg und Ostenfelde hat es 1915 gegeben. 1937/38 wurden 137 ha von Ostenfelde nach Iburg ausgegliedert. Diese Maßnahme umfasste den Bahnhofsbereich mit dem Industriegelände Vornbäumen und die Enklave Urberg. 1954 wurden 9,4 ha im Bereich des Bahnhofs von Iburg nach Ostenfelde ausgetauscht.

Über Gemeindeversammlungen in Ostenfelde gibt es aus der Zeit des 18. Jahrhunderts nur vereinzelte Niederschriften. Dies wurde damit begründet, dass ‚der derzeitige Vorsteher Töniges dem Lehrer Hölscher zur sogenannten Bauerstätte nicht mehr bestellen ließ, auch keine Mitteilungen über die Verhandlungen machte‘. Später wurden diese Tagungen ausdrücklich als Versammlung der Grund- und Hausbesitzer bezeichnet.
1878 wünschte der Gemeindevorsteher Töniges aus Ersparnisgründen ‚einen Gemeindeausschuss von 6 bis 12 Mitgliedern, der in minderwichtigen Dingen beschließen konnte‘. Der Antrag wurde von der Gemeindeversammlung am 21.7.1978 abgelehnt. Dafür wurde der Vorsteher ermächtigt, selbständig zu handeln.
Die Durchsicht der wenigen Niederschriften zeigt, dass in Ostenfelde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Wegeunterhaltung, die Einquartierungen und der Schulbau Hauptthemen gemeindlicher Tätigkeit waren. Ein Streitpunkt war die Bezeichnung des Iburger Bahnhofs. Diesbezügliche Eingaben um die Jahrhundertwende an den preußischen Minister und an den Regierungspräsidenten in Osnabrück blieben jedoch ohne Erfolg.
Am 25. November 1900 beschloss eine Gemeindeversammlung mit Stimmenmehrheit, einen 12-köpfigen Gemeindeausschuss einzusetzen. Nur noch der Voranschlag, die Wahl von Gemeindebeamten und die Neuwahl der Gemeindeausschussmitglieder sollten der Gemeindeversammlung obliegen.
Die Zeitumstände des ersten Weltkrieges und die Inflation werden in den vorliegenden kargen Niederschriften wenig dokumentiert. In den dreißiger Jahren waren die Wohlfahrtslasten ein beherrschendes Thema. Gleichzeitig wurde die Einführung der Pflichtarbeit an Gemeindewegen für Erwerbslose beschlossen.
Durch die preußische Gemeindeverfassung wurde die Zahl der Gemeinderäte auf 6 bzw. 7 vermindert und der Gemeinde stand ein Gemeindevorsteher, auch Gemeindeschulze genannt, vor. Auch während der nationalsozialistischen Zeit stand der Wegebau und die Schulentwicklung im Vordergrund der Kommunalpolitik.
Nach längerer Pause fand am 28.8.1945 unter Leitung des von der Militärregierung eingesetzten Bürgermeisters Wilhelm Hölscher eine Gemeinderatssitzung statt. Mit der neuen Gemeindeverfassung wurde am 9.10.1946 Franz Vornholt zum Bürgermeister und Wilhelm Hölscher zum nebenamtlichen Gemeindedirektor gewählt. Allerdings währte diese getrennte Amtsführung nur bis zum 9.1.1948. Wilhelm Hölscher wurde wieder Bürgermeister und war gleichzeitig nebenamtlicher Gemeindedirektor.
Die Kommunalpolitik in Ostenfelde war in den 50iger Jahren nach Beseitigung der Kriegsfolgen in erster Linie der gemeindeeigenen Schule und der Siedlungstätigkeit gewidmet. Der Neubau der Schule und des Lehrerwohnhauses – vom Standort zunächst nicht umstritten – gaben Möglichkeiten erfüllter Arbeit für die örtliche Gemeinschaft. Siedlungsgebiete am Hakentempel, im Grund, am Riesweg und auf der Dingbanksiedlung sind sichtbare Zeugen dieses Strebens und überwundener Wohnungsnot.
Der Rat tagte nur mäßig (drei- bis viermal im Jahr). Bestimmend in der Kommunalpolitik war seit Kriegsende Wilhelm Hölscher, der auch durch seine Mitgliedschaft im Kreistag und in der Samtgemeinde maßgeblich das politische Geschehen im Ort prägte.
Die Licht- und Kraftgenossenschaft wurde 1959 an das RWE verkauft. Die Versorgung der neuen Siedlungsgebiete mit Trinkwasser wurde dem Iburger Wasserwerk übertragen. Die kritische Frage der Entsorgung (Schmutzwasserkanalisation) wurde mit Hilfe von Gutachten verschoben.
Als die Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen auch in der Samtgemeinde Glane (Glane/Ostenfelde/Sentrup) sich den Verantwortlichen ankündigte, bereitete man sich ab Oktober 1967 auf einen Gemeindezusammenschluss vor.

27.01.1970 – ‚Gesetz über die Bildung der Gemeinde Glane
vom 25.11.1969‘ aus den Ortsteilen Sentrup, Glane und Ostenfelde.

Am 28. Juni 1972 fand die letzte Sitzung des Rates der Gemeinde Glane statt, nachdem bereits am 13. Juni 1972 in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Rat von Bad Iburg der Gebietsänderungsvertrag beschlossen wurde.

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