Glane

Ein kleiner historischer Abriss

Glana ist die lateinische Form des Namens Glane und wurde zum ersten Male in einer Urkunde aus dem Jahre 1088 bezüglich der Glaner Kirche erwähnt. Das Jubiläum im Jahre 1988 (900 Jahrfeier) veranlasste das Kirchspiel Glane, eine Festwoche zu veranstalten und die geschichtlichen Hintergründe neu zu beleben.

Von den Anfängen bis heute prägt die St. Jakobus–Gemeinde das Leben im Dorf Glane und in den Bauernschaften Ostenfelde, Sentrup und Visbeck. Über Jahrhunderte gab es keine Trennung zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde, bis durch die Auswirkungen der französischen Revolution eigenständige politische Gemeinden entstanden: Glane-Visbeck, Ostenfelde und Sentrup.

Diese Gemeinden bildeten ab dem 1.1.1970 eine Einheitsgemeinde, die wiederum durch die Gebietsreform am 1.7.1972 mit der Stadt Bad Iburg zusammengeschlossen wurde.

Ein wesentliches Element des heutigen Lebens im Kirchspiel Glane sind die zahlreichen kirchlichen und weltlichen Vereine und Verbände.

Die Stein’sche Städteordnung vom 19.11.1808, die als Geburtsurkunde der kommunalen Selbstverwaltung bezeichnet wird, bezog sich nur auf Städte. Erst durch die Reichsverfassung vom 11.8.1919 (Weinmarer Verfassung) wurde für alle Gemeinden die Selbstverwaltung garantiert. Jetzt wurde ein Gemeindeausschuss gebildet, der aus allgemeinen Wahlen hervorgegangen war. Bis dahin traf eine Gemeindeversammlung die kommunalpolitischen Entscheidungen.

Einige historische Daten aus dieser demokratischen Epoche:

16.01.1921 beriet der neue Gemeindeausschuss erstmalig über einen Vertrag mit den niedersächsischen Kraftwerken über die Versorgung der Gemeinde mit elektrischen Strom.
11.11.1924 bildete man eine Kommission für den Neubau der Schule, kaufte dafür einen Bauplatz (23.06.1927).
11.04.1929 berichtete die Osnabrücker Volkszeitung über die Einweihung des neuen Schulgebäudes in Glane, die nach modernsten Grundsätzen sowohl in der architektonischen Gestaltung wie auch bei der inneren Einrichtung errichtet worden war.
Der 1933 als Gemeindevorsteher wiedergewählte Landwirt Pohlmann musste die Amtsbezeichnung Gemeindeschulze annehmen, um sich ab 1935 Bürgermeister zu nennen.
In der Kriegszeit kam der Gemeinderat nur einmal im Jahr zusammen.
Nach dem 2. Kriege wurde am 29.08.1945 die erste Gemeinderatssitzung von dem ernannten Bürgermeister Westermann einberufen.
1946 – 1958 die Bewältigung von Wohnungsnot steht im Vordergrund.
1947 – ein Ernährungsausschuss und ein Ausschuss für die Schulspeisung muss gebildet werden. Für Flüchtlinge musste Gartenland beschafft werden.
29.12.1947 – ein Wachdienst zur Sicherung der Ernte wurde organisiert.
06.08.1948 – eine Brennholzumlage wurde festgelegt.
01.06.1955 – Beratung über eine gemeinsame Kläranlage mit dem Flecken Iburg.
03.03.1956 – die neue Osnabrücker Tagespost berichtet über Widerstände in der Glaner Bevölkerung bezüglich der gemeinsamen Baumaßnahme.
19.03.1956 beschließt der Gemeinderat, dass der Flecken Iburg die Erlaubnis erhalten sollte, südlich des Dorfes Glane eine Kläranlage zu bauen und die Kanalisation (Hauptleitung) durch Glane zu führen, wenn die Gemeinde Glane jederzeit das Recht habe, einen Anschluss an die Hauptleitung vornehmen.
12.01.1960 – die Abwassersatzung wird beschlossen. Im Protokoll wird vermerkt: ‚ Iburg hat sich in der Kanalisationsangelegenheit in jeder Weise großzügig gezeigt‘. Die Kanalisation war Voraussetzung für die Ende der fünfziger Jahre mit viel Elan in Angriff genommene Siedlungstätigkeit.
31.01.1962 – Erste Auseinandersetzung mit der sich anbahnenden Gebiets- und Verwaltungsreform. Man kam zu der Auffassung, ‚die Verwaltungsgeschäfte in der bisherigen Form‘ weiterzuführen.
1964 bezeichnete Bürgermeister Wesseler die Schulerweiterung und die Ausweisung von Bauland als Hauptaufgabe der Gemeinde.
1966 stimmt man der Bildung eines Realschulzweckverbandes mit Iburg zu und setzte sich erstmalig mit dem Gedanken auseinander, eine gemeinsame Hauptschule in Form der Mittelpunktsschule zu schaffen.
31.03.1969 Diskussion im Rat …
28.05.1969 nach kurzer Erörterung der Beschluss im Gemeinderat über den Gemeindezusammenschluss mit Sentrup und Ostenfelde.
27.11.1969 – letzte Sitzung des Rates der Gemeinde Glane-Visbeck.

27.01.1970 – ‚Gesetz über die Bildung der Gemeinde Glane
vom 25.11.1969‘ aus den Ortsteilen Glane,
Ostenfelde und Sentrup.

Am 28. Juni 1972 fand die letzte Sitzung des Rates der Gemeinde Glane statt, nachdem bereits am 13. Juni 1972 in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Rat von Bad Iburg der Gebietsänderungsvertrag beschlossen wurde.

Schreibe einen Kommentar