Durchbruch für den Bahnhalt Alfhausen?

15. März 2016

Wübbolding: LNVG arbeitet ernsthaft an OS-Bahn-Konzept 2025

„Dieser Weg wird kein leichter sein“, mit diesem Lied ließ Sänger Xavier Naidoo 2006 die deutsche Fußballnationalmannschaft über sich selbst hinauswachsen. Baier und Wübbolding könnten den Song jetzt auch summen. Denn die Illusion, der Bahnhalt ließe sich kinderleicht mit ein paar Änderungen am Bahnbetrieb einrichten, ist nach 15 Jahren endgültig vom Tisch. Zugleich gibt es aber eine solide Strategie, die zum Erfolg führen kann. Frühestens im kommenden Jahrzehnt allerdings.

Halten die Züge wieder in Alfhausen? Hoffnung besteht.

Halten die Züge wieder in Alfhausen? Hoffnung besteht.

 

Was ist passiert? Bis zum Jahr 2025 sollen die meisten Bahnhöfe in und um Osnabrück im 30-Minuten-Takt bedient werden. Das sieht das OS-Bahn-Konzept der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (Planos) vor. Das Konzept, teilt der Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeister Horst Baier mit, ginge auf die Bahnoffensive des niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies zurück.
Eine Delegation aus dem Osnabrücker Land sprach kürzlich mit Hans-Joachim Menn über das Konzept, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover. Baier und Alfhausens Bürgermeister Wübbolding nahmen teil. Sie gewannen beide den Eindruck, die LNVG arbeite mit Hochdruck an einer Umsetzung des OS-Bahn-Konzepts. „Aufgrund der hohen Fahrgastzahlen und der zunehmenden Verspätungen muss die Strecke sowieso ausgebaut werden“, teilt Baier mit. Vom Ausbau soll auch Alfhausen profitieren. „Nach 15 Jahren Kampf für den Bahnhalt Alfhausen hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass wir wirklich ernst genommen wurden“, sagt Wübbolding.
Das Zugunglück mit neun Toten Anfang Februar in Oberbayern hat die Verantwortlichen aufgeschreckt. Wenn die Bahn im Osnabrücker Land im 30-Minuten-Takt fahren soll, muss sie schneller werden. Das geht aber nur mit einer erheblichen sicherheitstechnischen Aufrüstung.
Da geht es zum Beispiel um einen zweigleisigen Ausbau im Bahnhof Höltinghausen zwischen Essen und Cloppenburg, zählt Wübbolding auf. Ein zusätzlicher Punkt, an dem entgegenkommende Züge einander passieren können. Es geht um die Modernisierung eines Stellwerks in Osnabrück, den Einbau neuer Weichentechnik. Es geht darum, offene Bahnübergänge zu beschranken oder zu schließen, damit die Züge gefahrlos schneller passieren können. Das betrifft die Gemeinden Alfhausen und Rieste. Der Haltepunkt in Alfhausen muss ermittelt werden, der im Jahr 2000 geschlossene Bahnhof wird es wohl nicht mehr sein.
Die LNVG wird nun eine Planstudie in Auftrag geben, die alle Faktoren ermittelt, beschreibt Wübbolding den Weg. Der Plan müsse mit der Deutschen Bahn Netz AG abgestimmt werden. Anschließend gebe es ein Planfeststellungsverfahren, das erfahrungsgemäß fünf bis acht Jahre dauern kann. Ob das Werk also bis 2025 gelingt, ist aus Wübboldings Sicht offen. Entscheidend ist für ihn, dass der Zug jetzt ins Rollen kommt.
Baier war es, der mit einer Presseerklärung zuerst auf die Wende aufmerksam machte. Seine Angaben decken sich mit denen Wübboldings. „Nach dem großen Engagement vieler Menschen und der Lokalpolitik vor Ort herrscht zumindest jetzt Klarheit über das Ziel“, findet er.

 

Quelle: BKR